André Brönnimann in seinen neuen Räumlichkeiten im Gewerbepark Laupersdorf.

Die Events mit spezieller Ausstrahlung

André Brönnimann und sein «Amt für Unterhaltung» in Laupersdorf sorgen für Furore

Seit einem Vierteljahrhundert ist André Brönnimann in der hiesigen Eventbranche tätig. Seit der Gründung seiner Firma «Amt für Unterhaltung» zieht er von Laupersdorf aus die Fäden. Mal ist er Veranstalter einer ganz grossen Kiste mit nationaler Ausstrahlung, dann wieder unterstützt er die Firma von nebenan bei ihrer Versammlung. Mal Veranstalter, mal Organisator – «es ist genau dieser Mix, der mir so sehr gefällt», sagt Brönnimann.

Eben erst hat er die «Genderbüebu» auf ihrer «Geit de scho»-Tour als Hauptveranstalter in die Üsserschwiiz geholt. Sämtliche Tourstops der Walliser waren ausverkauft, natürlich auch die Tennishalle Balsthal, zum Abschluss der Tour Ende April. Er spricht von der erfolgreichsten Tournee im Bereich Schweizer Volksmusik, was die Verkaufszahlen betrifft und davon, dass man gerade «Musikgeschichte geschrieben» habe. Er, das ist André Brönnimann und seine Eventfirma mit dem ausserordentlich drögen Namen: «Amt für Unterhaltung». Kurz: AFU. Der Fulenbacher lebt seit 13 Jahren im Thal, in Laupersdorf. Und hat im Mai eben erst seine neuen Räumlichkeiten als Teil des erweiterten Gewerbeparks im Industriequartier bezogen. Wobei: Die ganz grossen Büro- und Lagerflächen benötigt er im Gegensatz zu früher nicht mehr. «Wir verfügen nur noch über wenig eigenes Eventmaterial», sagt Brönnimann. Vieles arrangiert er heute mit starken Partnern oder mit Freelancern. Kein Vergleich mehr zu damals, als er und sein Team für die «Trend Fabrik» regelmässig mit mehreren LKWs durch das ganze Land karrten.

Eventmacher seit 25 Jahren
Immer schon hat der gelernte Elektromonteur parallel zu seinem Beruf Events veranstaltet. Zu Beginn, in ganz jungen Jahren, in Fulenbach, im Pfarreisaal, später im Gemeindesaal. Und so weitete er seinen Wirkungskreis Schritt für Schritt aus, stellte immer grössere Kisten auf die Beine, bis er schliesslich in der ganzen Schweiz tätig war. Für besagte «Trend Fabrik» in Aarburg arbeitete er zuletzt als Geschäftsführer und lancierte als Mitbegründer, zusammen mit «Hannibal Events», unter anderem die allseits bekannte Original-Streetfood-Festival- Tournee. «Seit 25 Jahren mache ich Events», sagt Brönnimann. Mehr als tausend Veranstaltungen und Projekte sind seither zusammengekommen. Im Oktober 2022 hat er sich mit seiner eigenen Firma selbstständig gemacht und ist äusserst erfolgreich unterwegs – nicht mehr «nur» als Veranstalter, sondern auch als Organisator. Ihm sei irgendwann ob der vielen Events und vor allem ob der ständigen Reiserei durchs ganze Land die Freude abhandengekommen, erzählt er. An jedem Wochenende sei er in einem anderen Kanton im Einsatz gewesen. Das ist jetzt vorbei. Heute kann der 42-jährige dreifache Vater Firma und Familie von Laupersdorf aus viel besser unter einen Hut bringen. Oder wie er es sagt: «Ich kann die Dinge viel besser steuern.»

Bei Bedarf stellt er sein eigenes Team zusammen
Mit seinem Amt für Unterhaltung – inspiriert zu dieser originellen Namensgebung hat ihn das Management von Patent Ochsner mit seinem «Ministerium fürs Äusserste» – unterstützt André Brönnimann Veranstaltende mit seiner ganzen Erfahrung in sämtlichen Bereichen der Branche und stellt sein gesamtes Netzwerk als unabhängiger und neutraler Spezialist zur Verfügung. Egal, ob es um das kleine Firmenfest von nebenan oder die nationale Roadshow geht. Der Kunde entscheide den Grad der Unterstützung, sagt Brönnimann: «Wenn er will, helfen wir einfach dort, wo es notwendig ist. Oder wir übernehmen die komplette Ausgestaltung des Events.» Der Kunde nennt seine Prioritäten bei der Wahl der Partner – und falls er keine hat, stellt Brönnimann aus seinem unabhängigen Netzwerk an Caterern, Bauspezialisten oder Unterhaltungsacts die richtige Crew für den Event zusammen. Es sind in seinem Team dann mal nur zwei Leute gefragt, ein anderes Mal zwei Dutzend oder mehr. Noch einen Vorteil hat sein heutiges Geschäftsmodell: Stemmte er früher oft das ganze Risiko selber, arbeitet er mit dem AFU nun zumeist auf Mandatsbasis. Just dies schätzt der Macher an seinem neugewonnenen Unternehmerleben: Er kann jederzeit in Eigenregie ein Projekt lancieren und parallel dazu ein lokales Unternehmen bei dessen Anlass unterstützen, egal ob Versammlung vor Ort oder Firmenausflug. Wie kürzlich etwa die MEGA Thal 2023, den Gewerbekongress des kgv, bei der Raiffeisenbank Balsthal-Laupersdorf, wo Brönnimann mit den Verantwortlichen zusammen das Konzept für die GV realisieren durfte oder nächste Woche für die 125-Jahr-Feier der OeBB. «Das sind coole Geschichten, die zeigen, wie stark wir auch im Thal und in der Region verankert sind.»

Wo er ist, ist auch Wertschöpfung
Zu diesen coolen Geschichten gehört ohne Zweifel auch die Tournee der Genderbüebu, die er initiiert hat und von der er schwärmt, es sei ein Drei-Generationen- Anlass für Leute von zehn bis achtzig gewesen. Ausgelöst hatte dieses Mandat ein Bier nach einem der Konzerte auf der Tournee von Trauffer, als Simon Schnydrig von den Genderbüebu Gastmusiker war und Brönnimann seinen ersten ganz grossen Auftrag mit seiner neuen Firma hatte. «Die gesamte Planung der Tournee, also Catering, Organisation und Sponsoring, liefen über mich», erzählt Brönnimann. Er schmunzelt: «Wir haben vielleicht ein bisschen Lärm nach Balsthal gebracht. Aber im Gegenzug definitiv auch Wertschöpfung!» Kein Wunder, haben die Schwyzer Rüsch-Büeble das AFU bereits angefragt: sie wollen mit ihm ihr Jubiläum bestreiten.

Man nimmt es dem Unternehmer ab, wenn er sagt, er wolle auch Events realisieren, mit denen er nicht zwingend verdiene. «Aber eine Ausstrahlung sollen sie haben!» Die Abwechslung bei seinem Schaffen schätzt er enorm: Heute diskutiert Brönnimann mit einem Volksmusiker über Örgelimusik, morgen organisiert er die Show einer irischen Band und tags darauf verantwortet er irgendwo einen hypen Influencer Award. «Es ist dieser spannende Mix, den ich so sehr mag.»

Infos: af-u.ch

Text: NIK & Bild: ALA