Wisente / Anzeiger Thal Gäu Olten
Ausgerottet im Mittelalter, jetzt wieder zurück im Jura.

Gehegefläche für Wisente verdoppelt

Die Gehegefläche für die Wisentherde auf der Sollmatt in Welschenrohr ist auf 100 Hektaren verdoppelt worden. Den Tieren stehen nun 87 Hektaren Wald und 13 Hektaren Wiesen und Weiden zur Verfügung.

Mit der Gehegeerweiterung endet laut Mitteilung von Wisent Thal die Zeit, in der die Sichtung der Wisente meist einfach möglich war. Aufgrund der Weitläufigkeit des Geheges, dem hohen Waldanteil, der geringeren Wegdichte und der Topografie dürfte es in Zukunft schwierig werden, die Tiere auf eigene Faust zu finden. Da je nach Standort der Tiere wenig Wege zur Verfügung stehen und beträchtliche Höhendifferenzen zurückgelegt werden müssen, kann selbst bei Führungen die Sichtung der Tiere nicht mehr garantiert werden. Wenn die Wisente weniger Kontakt mit Menschen haben, könnten sie scheuer werden, was für Tier und Mensch von Vorteil ist.

Die Wisentherde ist mittlerweile von fünf auf zehn Tiere angewachsen, wobei 2023 zwei und heuer drei Kälber geboren wurden. Wisente sind grundsätzlich sanfte Tiere. Werden sie aber gereizt oder an ihrem natürlichen Verhalten gehindert, können sie gefährlich werden. An den Eingängen befinden sich deshalb Informationstafeln mit den Verhaltensregeln, deren Einhaltung empfohlen wird. Besonders wichtig ist es, mindestens 50 Meter Abstand zu den Wisenten zu halten, Hunde an der kurzen Leine zu führen und nicht mitten durch die Herde zu laufen oder zu fahren.

Das Projekt Wisent Thal untersucht, ob der im Mittelalter ausgerottete Wisent heute als Wildtier im Jura tragbar ist. Dazu wird eine Wisent-Testherde während fünf Jahren im Gehege gehalten, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Text: MGT & Bild: ZVG