Die gemeinnützige Institution amitola in Neuendorf, die Kindern und Jugendlichen aus schwierigen familiären Verhältnissen Wohnraum und Geborgenheit bietet, konnte noch im alten Jahr den Erweiterungsbau beziehen. Das bedeutet auch mehr Nähe und eine höhere Betreuungsqualität.
«Wenn alles nach Plan läuft, können die Kinder dieses Jahr im Neubau Samichlaus feiern.» Das schrieben die Verantwortlichen von amitola nach der Aufrichtefeier im April letzten Jahres. Es lief alles nach Wunsch – eine eindrückliche Punktlandung, die in erster Linie dem Planungs- und Bauleitungsteam zu verdanken ist. Candio Architekten aus Zürich und Schenker Architektur & Bauleitung aus Neuendorf entwarfen den Neubau respektive setzten diesen um. Für die Kinder wie auch für die Leitung und Betreuenden ist es ein erfüllter Traum und eine neue Welt.
Nach acht Jahren Planung und Vorbereitung sowie eineinhalb Jahren Bauzeit krempelten Kinder, Mitarbeitende und Zügelprofis im Dezember die Ärmel hoch. Einrichtungen, Arbeits- und Büromaterial, aber auch alle persönlichen Sachen der Bewohnenden, wurden buchstäblich «über die Gasse» gebracht, vom bisher viel zu engen Wohnhaus in den grosszügigen Neubau vis-à-vis. In dessen direkten Genuss kommen die zwei Wohngruppen der jüngsten Altersgruppe (bis acht Jahre). Die älteren Kinder und Jugendlichen bleiben in ihren angestammten Räumlichkeiten, profitieren jedoch ebenfalls von wesentlich mehr Platz und Privatsphäre. Endlich hat jede und jeder von ihnen ein eigenes Zimmer, wie es die kantonalen Richtlinien vorsehen. Mit 25 Kindern und 53 Mitarbeitenden ist die «amitola Gemeinnützige GmbH für Kinder» ein beachtlicher, mittelgrosser Betrieb. Die Nachfrage nach Heimplätzen ist anhaltend stark.

Qualität der Arbeit nimmt zu
Aurel (Name geändert) und sein Steckenpferd «Pauli» galoppieren gerade durch den Korridor, andere Kinder verstecken sich in ihren Zimmern und befinden sich im Angewöhnungsprozess. Auch Betreuerin und Maltherapeutin Sonja Staub sagt: «Es ist noch alles so neu, wir müssen erst noch ankommen. Aber wir sehen bereits jetzt, dass wir viel näher bei den Kindern sind und unsere Arbeit besser machen können.» Es ist mehr Ruhe und Struktur eingekehrt. Institutionsleiterin Christa Misteli vergleicht: «Wir sind uns buchstäblich auf die Füsse getreten im ‹alten› Haus, wo viele Kinder, alle Betreuenden, Lehrpersonen, die Köchin, die Raumpflegerin und der Hauswart den ganzen Tag ein und aus gingen.» Jetzt sei alles entflochten, die Kinder erhalten mehr Raum, physisch und psychisch. «Ich bin froh und dankbar für sie.»
Und doch fehlt noch vieles. Vor allem Möbel wie etwa Schränke, Tische und Sofas nimmt die Institutionsleitung in Form von Spenden gerne entgegen.