Oltner Stadtrat / Anzeiger Thal Gäu Olten
Die vier bisherigen Mitglieder des Oltner Stadtrats (von links), die zu den Wahlen in gut einem Monat antreten sowie der neue Stadtschreiber Ramon Christen (2. von links): Raphael Schär-Sommer, Thomas Marbet, Nils Loeffel und Marion Rauber.

Dauerthemen, aber auch neue Ideen

Der Oltner Stadtrat will diverse Beschlüsse realisieren und setzt auch auf Qualitätssicherung

Die Umsetzung gefällter Beschlüsse und erarbeiteter Grundlagen und die Qualitätssicherung – diese Themen stehen im Mittelpunkt des Jahresprogramms 2025 des Oltner Stadtrats, die er vergangene Woche vor den Medien ausgebreitet hat. Die Palette reicht von der Realisierung genehmigter Projekte wie Krematorium oder Badigarderoben bis zur Umsetzung erarbeiteter Strategien in den Bereichen Kultur, Frühe Kindheit und Alter.

Entschuldigt für den knapp einstündigen Termin der Oltner Regierung vor den Medien war der scheidende Finanzdirektor Benvenuto Savoldelli, der als Einziger des Quintetts nicht mehr zu den Wahlen am 9. März antritt. Die wohl effektiv letzte Jahresmedienkonferenz wars für Markus Dietler: Der «ewige» Stadtschreiber soll, so hat er glaubhaft versichert, Ende Februar nach sechs Legislaturperioden tatsächlich seinen Letzten haben. Nachfolger Ramon Christen ist nach Neujahr gestartet und war vor Ort mit dabei.

Der Blick zurück zeigt laut Stadtpräsident Thomas Marbet, dass 2024 einige Projekte abgeschlossen wurden, wie etwa die Bauarbeiten am neuen Schulhaus Kleinholz und an der Dreifachturnhalle, die im September offiziell eingeweiht wurden. Zudem wurden rund zwei Drittel der Leuchten der öffentlichen Strassenbeleuchtung in der Stadt auf smarte und dynamische LED-Technologie umgestellt, mit der bis zu 80% der Kosten gespart werden sollen. Es seien aber auch Pflöcke für Vorhaben eingeschlagen worden, deren Umsetzung erst noch bevorsteht. Sei es durch die erfolgreichen Volksabstimmungen für die Stadtteilverbindung Hammer oder die Sanierungen des Krematoriums und der Garderobengebäude und des Restaurants der Badi.

Was den weiteren Prozess bezüglich Kirchgasse betrifft, so sind die Stadtoberen gemäss Marbet mit Kunstmuseum und Haus der Fotografie «noch immer in Gesprächen». Im Verlauf des Frühlings wolle man mehr wissen. Freispielen will die Stadt auch den Munzingerplatz, zumindest versuchsweise. So erwägt man gemäss dem Stadtpräsidenten, einen Teil der Parkplätze auf dem Platz während zweier Sommermonate testweise zu sperren. «Dann werden wir sehen, wie das bei den Menschen ankommt.»

Strategie für Kunsteisbahn Kleinholz
Mindestens so sehr interessiert die Bevölkerung auch, wie das Kapuzinerkloster dereinst genutzt werden soll. Hier soll laut Baudirektorin Marion Rauber «in einem partizipativen Prozess» über die weiteren Nutzungen neben der Musikschule diskutiert werden. Wie sie auf Nachfrage versicherte, steht als städtische Nutzung keine andere als der neue Standort der Musikschule zur Debatte. «Die Musikschule ist am geeignetsten, wir haben kein Alternativprogramm», sagte Rauber. Aktuell werden diesbezüglich entsprechende Vorprojekte gestartet, um dereinst gegenüber Parlament und Stimmvolk die Kosten für Umbau, Betrieb und Unterhalt beziffern zu können. Das Thema Schulraumplanung beschäftigt Marion Rauber und Stadtratskollege Nils Loeffel, zuständig für Bildung und Sport, gleichermassen. Dazu gehören die Projektierung des Vierfach-Kindergartens Bannfeld, die Sanierung des Erweiterungsbaus Frohheim oder auch ein Neubau für das Schulhaus Frohheim. Ein grossesThema für Loeffel ist selbstredend das Schulfest. Heuer soll auch eine langfristige Strategie für die Entwicklung der Kunsteisbahn Kleinholz ausgetüftelt werden. «In Anlehnung an den Kanton möchten wir zudem ein städtisches Sportleitbild aufgleisen», sagte Loeffel. Projektierungen werden auch gestartet für den Werterhalt weiterer städtischer Liegenschaften, vom Stadttheater über das Hallenbad des Sälischulhauses und das Bifangschulhaus bis zur Stadthalle sowie für die Stadtteilverbindungen Hammer und Winkel. Abgeschlossen werden soll die Bauprojektphase für das Projekt Neuer Bahnhofplatz Olten; der Kostenanteil der Stadt Olten soll 2026 der Stimmbevölkerung zur Genehmigung unterbreitet werden.

Um Umsetzungen geht es auch im Bereich Kinder-, Jugend- und Familienförderung. Dazu gehören etwa die Weiterentwicklung der Mittagstischangebote oder der Ausbau der Betreuungsplätze für schulergänzende Betreuung.

City-Treff anstelle von Kirchensockel
Gewissermassen am entgegengesetzten Ende der Bevölkerungspyramide sollen laut Sozialdirektor Raphael Schär-Sommer erste Massnahmen aus dem Altersleitbild umgesetzt werden. Das Gleiche gilt für das neue Gassenarbeitskonzept zusammen mit der Suchthilfe Ost, ergänzt durch den bisherigen Sicherheitsdienst und durch einen City-Treff als Alternative zum Kirchensockel. «Es wird nicht einfach werden, einen passenden Raum zu finden», stellte er klar.

Verwaltungsübergreifend stehen qualitätssichernde Massnahmen auf dem Programm, etwa in Form einer Aufgaben- und Leistungsüberprüfung für die Gesamtverwaltung. Der Qualitätssicherung dienen auch die Umsetzung des Qualitätsmanagements für das Sozialamt und die durchgehende Fallführung IIM sowie weitere Schritte im Projekt DigiFit Olten, etwa durch die Rollouts des neuen Betriebssystems Windows 11 und der Geschäftsverwaltungssoftware Gever.

Text & Bild: NIK