Erstmals seit Arbeitsaufnahme im Oktober traf sich der Migrationsbeirat Oltens mit dem Stadtrat zum jährlichen Austausch. Zu den Aufgaben des neunköpfigen Beirats gehören die Kontaktpflege mit der ausländischen Wohnbevölkerung, das Vermitteln ihrer Bedürfnisse an den Stadtrat, die Unterstützung von Stadtrat und Verwaltung bei der Umsetzung von Massnahmen sowie Stellungnahmen zu integrationsrelevanten Vorhaben.
Gleich zwölf Themenfelder hatten die Mitglieder des Migrationsbeirats im Vorfeld in monatlichen Sitzungen bearbeitet und Probleme aus ihrer Sicht, aber auch mögliche Lösungsansätze gesammelt. Die Palette der von den Ratsmitgliedern präsentiertenThemen, die im Übrigen nicht nur Migranten beträfen, reichte von A wie Administration bis W wie Wohnen, dazwischen Bereiche wie Bildung und Arbeit, Kinderbetreuung, Mobilität, Schule, soziale Integration oder Sprachkenntnisse. Als Schwerpunkte, die auf lokaler Ebene angegangen werden können, nannten die Mitglieder des Migrationsbeirats gegenüber dem vollzählig anwesenden Stadtrat Kinderbetreuung und Sprachförderung für Kinder, allgemeine Informationen zum Schulsystem und zur Administration, soziale Integration und Arbeitsintegration und – übergeordnet – Kommunikation allgemein.
Schweizerdeutsch von Anfang an
Die vorgeschlagenen Massnahmen reichten vom Wunsch, dass mit den Kindern von Beginn an Schweizerdeutsch gesprochen werde, über feste Ansprechpersonen in der Verwaltung für Fragen und Auskünfte zum Schulsystem bis hin zu Festivitäten mit landestypischen Traditionen und Speisen. Angeregt wurde auch die Initiierung von «Geschwister-Familien », die jeweils eine ausländische und eine Schweizer Familie vereinigen, und von Zukunftstagen nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene. Illustriert wurden einige der Vorschläge mit Beispielen aus anderen Schweizer Städten und aus dem Ausland.
Kommunikation ist zu intensivieren
Stadtpräsident Thomas Marbet verdankte im Namen der Stadtregierung die zahlreichen Inputs des Migrationsbeirates und betonte, diese kämen zu einem guten Zeitpunkt, stehe doch im laufenden Jahr die Ausarbeitung eines neuen Regierungsprogramms für die nächste Legislaturperiode auf dem Programm. Einige der aufgezeigten Lösungsansätze seien in Olten auch schon teilweise oder vollständig umgesetzt, sagte Marbet. Auch hier zeige sich die zentrale Bedeutung der Kommunikation, die es mit geeigneten Mitteln zu intensivieren gelte: «Es nützt nichts, wenn wir Angebote haben, aber die Personen, welche von diesen profitieren könnten, diese nicht kennen.»
