Der Hockey-Club Laupersdorf geht zurück auf eine Gruppe Jugendlicher, die sich Anfang der 90er-Jahre regelmässig zum Hockeyspielen auf dem Schulhausplatz trafen – damals noch auf normalen Rollschuhen. Im März 1994 schloss man sich im Restaurant Sonne offiziell zum HC Laupersdorf zusammen. Heute gehört der Klub längst zu den etablierten Inlinehockeyvereinen im Kanton Solothurn – sowohl im Aktiv- als vor allem auch im Nachwuchsbereich.
Wir treffen uns an einem Dienstagabend beim Hockeyplatz mit Juniorentrainer Roger Ackermann und Juniorenobmann Adrian Gerber zu einem Training der Junioren. «Seit 2007 verfügt der Verein beim Schulareal über einen eigenen Hockeyplatz, den wir seither als Trainingsort und seit 2023 auch als offiziellen Austragungsort für Meisterschaftsspiele benützen», erklärt Adrian Gerber, während im Hintergrund bei malerischem Sonnenuntergang das Training beginnt. Stellt sich die Frage, warum man erst seit 2023 die Spiele im Dorf austrägt? Bis 2022 nahm der Verein am Spielbetrieb der IHS (Inlinehockey Grossfeld) teil. In diesem Verband zählte der HCL zu den erfolgreichsten Clubs der Schweiz und nahm mehrfach an europäischen Wettbewerben teil. Doch die IHS-Meisterschaft wird ausschliesslich Indoor, auf speziellem PVC-Belag, gespielt. «Unser Heimstadion war die Eishalle Kleinholz in Olten und demensprechend war auch die Spielzeit auf die eisfreie Zeit von Ende März bis Anfang Juli beschränkt», erklärt Roger Ackermann. Diese Form des Inlinehockey auf dem 30 mal 60 Meter grossen Feld entspreche mehr dem Eishockey, es werde auch mit einem Puck und nicht wie beim Kleinfeld mit einem Ball gespielt. «Bis auf einen Verein spielen alle Clubs des IHS in der Schweiz in einer Eishockeyhalle», ergänzt der ehemalige Präsident. Der Aufwand, für jedes Spiel nach Olten zu fahren, war beträchtlich. Die Heimspiele in Olten bedeuteten für Spielende als auch für deren Familien und ihre Begleitung jeweils weite Wege und hohe organisatorische Belastung.
«Wollten wieder im Dorf präsent sein»
«Mit dem Ziel, die Heimspiele wieder im eigenen Dorf abzuhalten, entschied sich der Verein 2023 zum Wechsel in den Schweizerischen Inline Hockey Verband (SIHV)», beschreibt der 43-Jährige den wichtigen Entscheid. Und dies, obwohl der HCL in der IHS sehr erfolgreich war und insgesamt sieben Mal den Schweizer Meister-Titel feiern konnte. Beim SIHV wird indoor oder draussen und auf einem mit 20 mal 40 Meter wesentlich kleineren Feld gespielt. In Vorbereitung darauf wurden die alten Banden auf dem Platz in Laupersdorf durch einen kleineren, SIHV-konformen Bandenring ersetzt. Seither findet der gesamte Trainingsund Spielbetrieb in Laupersdorf statt. «Wir wollten zurück zu unseren Wurzeln und wieder in unserem Dorf und imThal präsent sein», ergänzt Juniorenobmann Adrian Gerber.
Herzstück des Vereins ist die «HC Laupersdorf Academy», die sich für die Nachwuchsförderung engagiert. «Wir bieten Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung in der Gruppe, die sich positiv auf Körper und Geist auswirkt und eine echte Alternative zur digitalen ‹Freizeit-Welt› bietet», erklärt der Obmann. Besonders betonen die beiden die Offenheit für Leistungs- und Breitensport. Alle Kinder sollen entsprechend ihrer Fähigkeiten mitspielen können. Die Academy deckt die Kategorien U9 (Mini- Kids), U12 (Mini) und U15 (Novizen) ab. In den Trainingsbetrieb einsteigen kann man ab fünf Jahren. Trainings finden jeweils dienstags ab 18 Uhr und am Samstagmorgen ab 9.30 Uhr statt. Neueinsteiger erhalten gegen ein Depot kostenlos eine Ausrüstung (ausser Inlineskates) zur Verfügung gestellt.

Zusammenarbeit mit Oensingen und Oberbipp
Seit 2023 arbeitet der Verein im Nachwuchsbereich eng mit den Partnerclubs IHC Oensingen Roadrunners und IHC Down Shakers Oberbipp zusammen. In den KategorienMini (U12) und Novizen (U15) spielen gemischte Teams an der Meisterschaft, welche Spielerinnen und Spieler aus allen drei Vereinen integrieren. Die drei Vereine führten Mitte März auch ein gemeinsames Trainingsweekend in Wimmis durch, wo eine ideale Indoor-Halle und eine Zivilschutzanlage zur Verfügung stehen.
Auch beim Ferienpass im Thal ist der HCL mit von der Partie und bietet sehr beliebte Kurse an. 2024 nahmen 27 Kinder und Jugendliche daran teil, sieben von ihnen seien «beim Club hängengeblieben », erklärt Adrian Gerber begeistert. «Im September veranstalten wir sicher ein Schnuppertraining, Interessierte können aber jederzeit in ein Training reinschauen», beschreibt der 36-Jährige die Möglichkeit, jederzeit einzusteigen. Ausserdem organisiert der Verein für die Jüngsten am 17. Mai und am 30. August zwei Mini-Kids-Turniere (U9).
Auch neben dem Spielfeld sehr aktiv
Neben dem sportlichen Betrieb engagiert sich der Verein auch kulturell und gesellschaftlich. So betreibt der HCL am Brunnenfest an Fronleichnam die Bar und den Bierbrunnen und auf dem Jahresprogramm der Academy stehen Anlässe wie EHCO-Matchbesuche, Brätel- Nachmittage, Badibesuche, Bowling oder Schlittelausflüge im Winter. Ein Highlight für die Kinder ist sicher der HCL Day – dieses Jahr findet er am 9. August statt – mit dem Sponsorenlauf, einem Plauschturnier mit Spielern der 1. Mannschaft und den Senioren und einer Festwirtschaft, die zum gemeinsamen Verweilen einlädt. Wer sich ein Spiel in Laupersdorf ansehen will, hat bereits am kommenden Samstag um 10 Uhr beim ersten Meisterschaftsspiel der Junioren (Kat. Mini) gegen Lenzburg eine tolle Gelegenheit.
«Mit dem Verbandswechsel, dem Fokus auf den Nachwuchs und dem Spielbetrieb direkt im Dorf hat der HC Laupersdorf eine gute Entwicklung genommen», ist sich Roger Ackermann sicher. Entsprechend zuversichtlich schaut er in die Zukunft des über 30-jährigen Vereins.
Alle Infos: www.hclaupersdorf.ch