Lochmühle in Welschenrohr / Anzeiger Thal Gäu Olten
Blick in das Innere der Lochmühle in Welschenrohr, links im Bild die neue, nachgebaute Siebmaschine.

Thaler Handwerkstradition

In der Lochmühle in Welschenrohr wurde Siebmaschine nachgebaut

Im Dezember veröffentlicht das Amt für Denkmalpflege und Archäologie jeweils sein Jahrbuch in der Reihe «Archäologie und Denkmalpflege im Kanton Solothurn». Der 30. Band liegt vor, informativ geschrieben und reich bebildert. Er handelt unter anderem von der Lochmühle in Welschenrohr.

Die Titelseite der diesjährigen Ausgabe des Jahrbuchs ziert das bisher einzige goldene Schmuckstück aus römischer Zeit im Kanton Solothurn: der Fingerring aus dem Attisholzwald. Er wurde 2019 anlässlich der Erweiterung der Deponie Attisholz an der Grenze von Riedholz und Flumenthal entdeckt. Der Ring ist mit einem Durchmesser von 10 Millimetern winzig klein und passt gerade einmal an den Finger eines Kleinkindes. Auf dem grünen Stein ist der römische Glücksgott Bonus Eventus dargestellt. Mit diesem Glückssymbol sollte der Ring dafür sorgen, dass das Kind gut aufwachsen möge. Das Schmuckstück gelangte wohl als Opfergabe in einem nahe einer römischen Villa gelegenen Heiligtum in den Boden, genauso wie die 49 römischen Münzen, die in der Nähe gefunden wurden.

Ein lebendiger Zeuge der Technikgeschichte im Kanton
Die Lochmühle in Welschenrohr weist eine bis ins 18. Jahrhundert zurückgehende Tradition des Mahlens von Getreide auf. Dank eines Vereins wird die historische Getreidemühle bis heute weiterbetrieben. Um den Produktionsablauf vom Korn zum Mehl darzustellen, fehlte bisher jedoch eine passende Siebvorrichtung. Eine solche Siebmaschine, die am Ende des Mahlprozesses Mehl, Griess und Kleie trennt, konnte nun nachgebaut werden. Als Experte beigezogen wurde der als «Mühlendoktor» bekannte Schreiner und gelernte Müller Kurt Fasnacht. Nach historischem Vorbild konnte so eine passende Siebmaschine gebaut werden. Damit bleibt die Lochmühle auch in Zukunft ein lebendiger Zeuge der Technikgeschichte und Handwerkskunst im Kanton Solothurn.

Römische Hölzer aus Holderbank
In Solothurn gab der Aushub für eine unterirdische Kehrichtsammelstelle in der Löwengasse neue Einblicke in die römische Kleinstadt, den Vicus Salodurum. In über zwei Metern Tiefe kam ein mit Ästen ausgelegter Entwässerungsgraben aus der Anfangszeit des Ortes im frühen 1. Jahrhundert n. Chr. zum Vorschein. Auch in Holderbank kamen 2024 nahe beim Augstbach Hölzer einer römischen Siedlung zum Vorschein. Die kleine Ausgrabung brachte zudem die Reste eines römischen Gebäudes, ein kleines Münzensemble sowie ein Hundegrab zum Vorschein.

Das Jahrbuch mit vielen weiteren interessanten Beiträgen kann im Buchhandel und beim Amt für Denkmalpflege und Archäologie bezogen werden. Es ist auch online verfügbar unter so.ch/adso

Text: MGT & Bild: Denkmalpflege Solothurn