Oltner Kulturinstitutionen / Anzeiger Thal Gäu Olten
Sie präsentierten das Jahresprogramm (von links): Karin Zuberbühler (Kuratorin Archäologisches Museum), Samuel Furrer (Leiter Haus der Museen), Luisa Bertolaccini (Leiterin Historisches Museum), Dorothee Windlin (Leiterin Stadt- und Jugendbibliothek) sowie Katja Herlach (Direktorin Kunstmuseum).

Ein vollgepacktes Programm für 2026

Oltner Kulturinstitutionen erweitern Horizonte und laden alle Generationen ein

Es ist wieder viel los im noch neuen Jahr in den Oltner Museen und Bibliotheken. Anlässlich des Kulturcafés wurde letzte Woche ein Blick auf die kommenden Monate geworfen. Mit dabei war das Haus der Museen – Naturmuseum, Historisches Museum und Archäologisches Museum Kanton Solothurn – das Kunstmuseum, die Bibliothek sowie das Stadtarchiv.

Ab 8. Mai zeigt das Naturmuseum die Ausstellung «Ein kleiner Kiesel ganz gross». Die Ausstellung hat einen direkten Bezug zu Olten, ist unsere Gegend doch «stein-reich», wie bei der Präsentation bemerkt wurde. Kieselsteinen begegnen wir täglich. Doch woher kommen Kiesel eigentlich und wie haben sie ihre Form erhalten? Welche Lebensformen gibt es zwischen ihnen und wie werden sie vom Menschen genutzt? Begleitet wird die Ausstellung durch ein Rahmenprogramm mit Vorträgen, Exkursionen und Workshops.

Alte Speisen, frisch zubereitet
Das Archäologische Museum des Kantons Solothurn baut weiterhin auf die etablierte Dauerausstellung. Über 1500 archäologische Funde aus 56 Gemeinden werden präsentiert, von rund 80 000 Jahre alten Objekten bis zu Funden aus der jüngeren Vergangenheit.

Kochen im Museum? Ja, das geht. Zu verschiedenen Epochen sind Kochkurse unter dem Titel «Appetit auf die Vergangenheit? » geplant – eine kulinarische Zeitreise von der Steinzeit bis ins Mittelalter, auf der man erfährt, wie frühere Generationen gekocht, gegessen und getrunken haben. Vorträge und die monatlichen Führungen mit wechselnden Themen runden das Angebot ab.

Historie und Zukunft
Die Ausstellungen «sozial & sicher» und «Willi Ritschard» laufen noch bis am 19. April im Historischen Museum. Mit den Vorträgen des Historischen Vereins Solothurn, thematischen öffentlichen Führungen, dem offenen Atelier und den beliebten Führungen im Museumsdepot öffnet sich das Museum unterschiedlichen Publikumsgruppen. Für die Tage des Europäischen Denkmals am 12. und 13. September sind gemeinsame Aktivitäten mit Studierenden der Fotorestaurierung der Hochschule der Künste Bern vorgesehen.

Bewährtes wird fortgesetzt
Nebst der Umsetzung vieler neuer Ideen werden auch bestehende Formate und Anlässe im Haus der Museen weitergeführt. Während der Ostertage sind Chüngeli und Bibeli im Haus zu Gast – selbstverständlich in tiergerechter Haltung. Der letztjährige Internationale Museumstag lockte über 700 Besuchende an. Mit Aktivitäten im und ums Haus soll das heuer am 10. Mai wieder so sein. Alle drei Museen im «Haus» bieten Ferien- Specials an für Kinder und Familien. Ein weiteres Angebot, die Kindergeburtstage im Museum, war im letzten Jahr so beliebt wie noch nie und wird natürlich weitergeführt.

Lesen ist keine Frage des Alters
Die Jugendbibliothek und Stadtbibliothek führen den Prozess der Zusammenführung weiter. Das Angebot richtet sich an alle Altersgruppen und hat das Ziel – wie die anderen Institutionen auch – Generationen zu verbinden. Die Bibliothek bietet ein breites Programm: Geschichten- und Värsli-Stunden richten sich an Kleinkinder bis ins Primarschulalter, während Formate wie Erzählcafé, Erzählbar oder Café Philosophique Erwachsene sowie Seniorinnen und Senioren zum Austausch einladen.

Ein besonderes Augenmerk liegt 2026 auf dem Auftritt des renommierten Comic- Künstlers Thomas Ott und einem Manga-Workshop. Zudem rückt der neue Podcast «Lieblingsort Bibliothek» des Schweizerischen Bibliotheksdienstes die Jugendbibliothek in den Fokus: In einer Folge berichtet der Autor Pedro Lenz über seine persönlichen Bibliothekserfahrungen – ein hörenswertes Beispiel dafür, wie stark Bibliotheken Lebenswege prägen können.

Kunst bis hinter den Horizont
Unter dem Motto «weiter denken» richtet das Kunstmuseum Olten 2026 den Blick auf Horizonte, Utopien und neue Sichtweisen auf die Welt. Vor dem Hintergrund globaler Krisen und gefährdeter demokratischer Werte setzt das Museum bewusst auf kraftvolle Ideen, visionäre Bilder und gemeinschaftliche Prozesse. Den Auftakt bildet im Frühling die zeitgenössische Gruppenausstellung «Hinter dem Horizont geht’s weiter», die über die Museumsmauern hinausgreift. Ergänzt werden die Ausstellungen durch das partizipative Format «Schatzkammer Sammlung» und die «Dienstraum»-Präsentationen im Bahnhof Olten.

Das Stadtarchiv wächst
Das Stadtarchiv Olten richtet den Blick in diesem Jahr auf den Ausbau und die Sichtbarmachung seiner Bestände. Im laufenden Jahr ist die Übernahme von zwei Archivbeständen bedeutender Oltner Firmen geplant. Parallel dazu verfolgt die Stadtarchivarin das Ziel, Verzeichnisdaten verstärkt zu publizieren. Dieser Schritt soll mehr Einblicke in die Vielfalt der im Stadtarchiv vorhandenen Unterlagen ermöglichen und die Bandbreite der Überlieferung zur Stadtgeschichte nach aussen sichtbarer machen.

Infos
Das aktuelle Programm sowie Hinweise, ob und wie eine Anmeldung nötig ist, finden Interessierte auf den entsprechenden Websites der Veranstalter:
www.hausdermuseen.ch
www.bibliothekolten.ch
www.olten.ch/aemter/974 (Stadtarchiv)

Text & Bild: EMU