Diana Stärkle

Täglich treffen wir Hunderte von Entscheidungen: Was essen wir heute? Wie stimmen wir ab? Mit wem besprechen wir was? Und viele – nicht nur Frauen – fragen sich: Was ziehe ich heute an? Viele Entscheidungen treffen wir scheinbar rational. Wir machen eine Auslegeordnung, sammeln Fakten und wägen Argumente ab, bevor wir uns festlegen. Diese strukturierte Vorgehensweise nutzen wir vor allem dann, wenn wir nicht genau wissen, wohin die Reise gehen soll oder wenn viel auf dem Spiel steht.

An der «Iheizete» habe ich den Song «Herz über Kopf» gehört. Müsste es nicht pragmatischer heissen: der Bauch entscheidet? Gerade im Berufsleben dreht sich vieles um analytisches und strategisches Denken, um sorgfältige Recherche, Kennzahlen und systematische Entscheidungsprozesse. Für das Bauchgefühl bleibt scheinbar wenig Raum – denkste! Denn die Realität sieht anders aus. Die meisten von uns stehen unter permanentem Zeitdruck. Bedenkzeit oder gar eine Gnadenfrist gibt es kaum noch. Wirklich objektive Entscheidungen sind unter solchen Bedingungen selten möglich. Also greifen wir – bewusst oder unbewusst – auf unser Bauchgefühl zurück.

Sind das am Ende nicht sogar die besseren Entscheidungen? Frage: Beruht diese Entscheidung auf überprüfbaren Fakten – oder ist sie aus dem Bauch heraus getroffen worden? Und vielleicht ist es gar kein Widerspruch. Denn unser Bauch speichert Erfahrungen, Muster und Werte. Er ist oft schneller als der Kopf – und manchmal auch klüger.

Diana Stärkle ist heute überzeugt, dass viele gute Entscheidungen aus dem Bauch heraus getroffen werden – und dass eine übermässige Kopflastigkeit eher zum Hindernis werden kann.