Fünf Jahre lang blieb es ruhig oberhalb von Trimbach. Die Terrasse verwaist, der Parkplatz leer, keine Geburtstagsgesellschaften, keine Vereinsabende, keine Hochzeiten mit Blick ins Grüne. Nun kehrt Bewegung zurück – und mit ihr eine spürbare Vorfreude in der Region. Der Rumpel öffnete gestern Mittwoch wieder seine Türen.
Für viele ist das Restaurant mehr als ein Gastrobetrieb. Es ist Erinnerungsort. Hier wurden Taufen gefeiert, Geschäftsessen abgehalten, Familienfeste ausgedehnt bis in den Abend hinein. Jolanda Meier merkt im Gespräch, wie oft sie genau das hört: Die Leute erzählen von früher, von Spaziergängen, vom Sonntagsausflug mit den Grosseltern. Man spüre, sagt sie, dass der Rumpel den Menschen gefehlt habe. Das traditionsreiche Haus hat sich über Jahrzehnte immer wieder gewandelt. Doch Sonne, Hügel, Natur – diese Bilder gehören seit jeher dazu. Stefan Meier sagt, man habe nicht bei null beginnen wollen. «Der Rumpel soll erkennbar bleiben. Es geht darum, die Geschichte weiterzuführen, nicht sie zu ersetzen.»
In der Küche setzt das neue Team bewusst auf Bodenständigkeit. Ehrliche Schweizer Gerichte, qualitativ sauber umgesetzt, zu Preisen, die man sich auch unter der Woche leisten kann. Der Rumpel soll kein Luxusprojekt sein, sondern ein Ort für regelmässige Besuche. Mittagsmenüs ab 19 Franken, Hauptgerichte meist zwischen 20 und 35 Franken – das sei eine bewusste Positionierung, erklärt StefanMeier. Gleichzeitig betonen beide, dass Qualität nicht verhandelbar sei. Regionalität bedeute für sie kurze Wege und persönliche Beziehungen zu Produzenten aus der Region Olten, dem Niederamt und dem angrenzenden Baselbiet. Man wolle wissen, woher die Produkte stammen. Und man achte konsequent auf Saisonalität – die Karte werde sich mit dem Jahreslauf verändern.
Familienfreundliche Atmosphäre
Ein Thema, das Jolanda Meier besonders am Herzen liegt, ist die Atmosphäre. Der Rumpel soll familienfreundlich sein – mit modernisiertem Spielplatz und neuem Spielzimmer. Aber er soll nicht zum reinen Kinderrestaurant werden. Sie betont, dass man im Innenbereich bewusst auf Raumaufteilung und Ambiente achte, damit sich auch Gäste ohne Kinder rundum wohlfühlen. Der Anspruch sei klar: ein Ort für Generationen.
Mit 70 bis 80 Sitzplätzen im Restaurant, ähnlich vielen auf der Terrasse und einem Bankettsaal für weitere 60 bis 70 Personen bleibt der Rumpel auch eine Adresse für Anlässe. Hochzeiten, Vereinsessen, Firmenfeiern – all das soll wieder möglich sein. Doch Stefan Meier relativiert: Es müsse nicht immer gross sein. Eine Anfrage lohne sich bereits ab etwa zehn Personen. Je nach Anlass finde man individuelle Lösungen.
In der Küche steht mit Patrick Schär ein Koch, der laut Stefan Meier für Präzision und Respekt vor dem Produkt steht. «Keine Effekthascherei, sondern sauber gearbeitet, geschmacklich klar», betont Meier. Traditionelle Gerichte würden mit einem feinen, modernen Akzent versehen – ohne ihre Wurzeln zu verlieren.

Verteilte Rollen, aber gemeinsame Entscheidungen
Die Rollen im Betrieb sind verteilt, aber nicht getrennt. Jolanda Meier sieht sich als Gastgeberin im Service, Stefan Meier kümmert sich um Organisation, Marketing und Administration. Entscheidungen treffe man gemeinsam. «Wir ergänzen uns – und genau das macht das Projekt tragfähig», sagen sie unisono. Dass es bis zur Eröffnung hektisch wurde, verschweigen beide nicht. Zwei Wochen vorher fehlte im Gastraum noch eine Wand, der Parkplatz war aufgerissen, Handwerker arbeiteten unter Hochdruck. Man habe durchaus Momente gehabt, in denen Zweifel aufkamen. Am Ende sei viel Improvisation gefragt gewesen – und die Bereitschaft, auch einmal Fünfe gerade sein zu lassen. Heute überwiege die Dankbarkeit gegenüber allen, die mitgezogen haben.
Das neue Leitmotiv «gniesse, erläbe, heicho » beschreibt für die beiden mehr als ein Marketingkonzept. «Es geht darum, dass Gäste gerne kommen, Zeit verbringen und sich willkommen fühlen», sagt Jolanda Meier. Wenn jemand beim Abschied denke, es sei einfach schön gewesen, dann sei viel erreicht.
Auch musikalisch knüpft der Rumpel an frühere Zeiten an. Die in der Region beliebte Band Rutishuser & Co hat angekündigt, am 4. Juni – an Fronleichnam – mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder ihr legendäres Matinée auf dem Rumpel zu spielen. In den sozialen Medien wünschten die Musiker dem Wirtepaar viel Erfolg. Für viele ist das ein vertrautes Signal: Der Rumpel lebt wieder.
Nach fünf Jahren Pause soll er wieder das werden, was er lange war – ein Treffpunkt über den Dächern von Trimbach, an dem man nicht nur isst, sondern zusammenkommt.
