Im Jahr 2025 wurden im Kanton Solothurn insgesamt 25924 Straftaten zur Anzeige gebracht. Mit einer Zunahme von nur rund 1% gegenüber dem Vorjahr bleibt die Gesamtzahl praktisch auf unverändertem Niveau. Dies geht aus der am Montag veröffentlichten Kriminalstatistik hervor.
Der grösste Teil dieser Straftaten, knapp 90%, entfällt wie üblich auf Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch. Bei den Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden 1128 Anzeigen erfasst (-8 %), gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz 609 (+21%) und 960 (+10%) wegen Widerhandlungen gegen andere Bundesnebengesetze.
Bei den Vermögensdelikten wurden insgesamt 14 639 Fälle registriert (2024: 15 159), was einem Rückgang von 3% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Erneut deutlich angestiegen sind die Einbruch- und Einschleichdiebstähle (+16 %). Diese Fälle schlagen statistisch gleich mehrfach zu Buche, weil sie jeweils eine Anzeige wegen Diebstahl, Hausfriedensbruchs und im Fall des Einbruchs eine weitere wegen Sachbeschädigung nach sich ziehen. Rückläufig sind die Zahlen zu Diebstählen von E-Bikes von 1688 auf 1269 (-25%) sowie die Ladendiebstähle (-15%) und Diebstähle aus verschlossenen und nicht verschlossenen Fahrzeugen (-17 %). Diese rückläufigen Zahlen belegen gemäss den Verantwortlichen der Kantonspolizei, dass Massnahmen teilweise Wirkung zeigten und der eingeschlagene Kurs konsequent weiterverfolgt werden müsse.
Weniger Straftaten über das Internet Die Anzahl der im Kanton Solothurn angezeigten Gewaltstraftaten nahm im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht zu, bewegte sich jedoch auf einem vergleichbaren Niveau (2024: 1453; 2025: 1497). Im Vergleich zum Vorjahr wurden mehr Delikte gegen die sexuelle Integrität registriert (276: +9 %), während im Bereich der häuslichen Gewalt ein Rückgang zu verzeichnen ist (639: -2%). Die Aufklärungsquoten sind wie im Vorjahr weiterhin sehr hoch, wie aus der Mitteilung der Kapo hervorgeht.
Eine ebenfalls sinkende Tendenz ist auch bei der digitalen Kriminalität zu erkennen. Im Berichtsjahr wurden 1178 Delikte gegen das Strafgesetzbuch registriert, die via Internet verübt wurden. Das sind 2% weniger als im Vorjahr. Straftaten wie Betrug, Geldwäscherei und Pornografie werden mehrheitlich auf diese Weise begangen. Weiterhin ein wichtiges Thema bleiben die Betrugsfälle über Online-Marktplätze und Fälle von sogenanntem Phishing. Die Zahl der beschuldigten Personen stieg gegenüber 2024 von 3816 auf 3888. Dabei handelt es sich um 1698 Schweizerinnen und Schweizer (44%) und um 2190 ausländische Staatsangehörige, dies bei konstantem Anteil der ständigen Wohnbevölkerung.
Die Kriminalitätsbelastung der Solothurner Bevölkerung, gemessen an der Häufigkeitszahl (Anzahl Delikte pro 1000 Einwohnende), lag wiederum bei 80 und blieb damit auf dem Stand des Vorjahres. Am stärksten betroffen waren 2025 erneut die urbanen Bezirke Solothurn (258), Lebern (87), Olten (83) und Gäu (71).
Zuber: «Wir sind auf Kurs, aber …» «Wir sehen, dass Massnahmen greifen – wir sind auf Kurs. Nun gilt es, weiterhin gezielt und konsequent zu handeln», sagte Thomas Zuber, Kommandant der Kantonspolizei Solothurn, am Montag vor den Medien. Erfreulich sei, dass sich der zuvor deutliche Anstieg der Straftaten abgeschwächt habe. Unerfreulich sei der erneute Anstieg bei Einbrüchen: «Das belastet die Bevölkerung und trübt das Sicherheitsgefühl», so Zuber. Im vergangenen Jahr erfolgten 1908 Anhaltungen und vorläufige Festnahmen, was einem weiteren Anstieg (+2%) entspricht.

Bei der Kantonspolizei wurden 2025 täglich im Durchschnitt 70 Strafanzeigen – ähnlich wie im Vorjahr – geschrieben. «Unsere Massnahmen zeigen Wirkung», bilanziert Zuber, betont aber, dass das hohe Anzeigevolumen erhebliche Ressourcen bindet und so eine stärkere Präsenz im öffentlichen Raum erschwert. Zudem fiel der Kanton Solothurn im interkantonalen Ranking der Polizeidichte vom 22. auf den 23. Rang zurück.
Organisierte Kriminalität bekämpfen
Die Polizeiliche Kriminalstatistik vermittelt ein Bild der angezeigten Straftaten. «Das ist aber nur die Spitze. Daneben schädigen organisierte kriminelle Strukturen unsere lokale Wirtschaft», betonte Frau Landammann Susanne Schaffner. Die Bekämpfung der Strukturkriminalität ist eine Verbundsaufgabe und erfordert ein koordiniertes, vernetztes Vorgehen von Politik, Behörden, Wirtschaft und Gesellschaft. «Für die erfolgreiche Bekämpfung der verschiedenen Kriminalitätsformen wie auch für eine erhöhte Polizeipräsenz zu kritischen Abend- und Nachtzeiten braucht es zusätzliche Ressourcen», unterstrich Schaffner am Montag. Dafür, dass die Kantonspolizei die Mittel erhalte, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben dringend brauche, wolle sie sich auch künftig einsetzen.
Alle Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik finden Sie hier: polizei.so.ch
