Die Strasse war etwas schmal, durch die der Wagen entlang des Loch Ness führte, aber trotz der Enge gelang es mir immer wieder, einen Blick auf das sich vom Wind leicht wellende Wasser zu werfen. Natürlich bestand die Hoffnung, dass sich da plötzlich etwas bewegt und sich der Plesiosaurier wütend und fauchend aus dem Wasser erheben würde. Dass ich ein lebhafter Zeuge wäre einer äusserst seltenen Begebenheit. Dem war leider nicht so.
In Inverness, im Ort, der sich am Ende des schottischen Sees befindet, hatte es dann jegliche Souvenirshops, in denen Nessie in allen Arten zu kaufen war. In Plüsch, in Keramik, in Holz und natürlich in Kunststoff. Auf Teller und Tücher gemalt und auf Kleider gedruckt.
Ich habe mir überlegt, dass wir eine solche Geschichte auch mit dem Lobiseitüüfel machen könnten. So wären allerhand kleine hölzerne Naturparkläden links und rechts der Strasse entlang in Richtung Mümliswil. Nicht mit blutenden Schädeln, wie es in der Sage vorkommt, sondern mit netten Teufelchen in denselben Qualitäten und Farben wie Nessie – und mit Verpflegungsmöglichkeiten aus Teufels Küche. Natürlich müsste die Strasse verbreitert werden. Über ein ausgeklügeltes Audiosystem würden in der Nacht zu bestimmten Zeiten Schreie abgespielt, die in den Felsen verhallten und die den wartenden Zuhörern Gänsehaut bescheren würden.
Nun, bei Nessie ist die Annahme sehr gross, dass sich das Tier oder seine Nachkommen immer noch an derselben Stelle befinden. Beim Lobiseiteufel glaube ich, der ist nach Amerika ausgewandert!
