Der Schweizer Schriftstellerweg feiert sein zehnjähriges Bestehen. Er lädt dazu ein, Literatur unter freiem Himmel zu entdecken und Geschichten an den Orten zu hören, die sie inspiriert haben. Der Anzeiger TGO hat einen Spaziergang mit Franz Hohler begleitet.
Die Geschichten können via QR-Code an den zahlreichen Hörstationen aufgerufen und so am Smartphone gehört werden. Die Texte werden alle von den jeweiligen Autorinnen und Autoren gelesen. Letzte Woche hatte eine Gruppe von rund 50 Personen die Gelegenheit, einige der Geschichten ganz ohne QR-Code zu geniessen. Der Oltner Schriftsteller Franz Hohler lud zum literarischen Spaziergang zu einigen Stationen und las die zum Ort passenden Geschichten vor. Texte direkt vom Erzeuger, ganz analog.
Anekdoten aus Hohlers Leben
Vom ersten Standort, dem Springbrunnen beim Bahnhof, ging es zum Stadttheater. Da, wo er, so berichtete Hohler, als Sieben- oder Achtjähriger seinen ersten Bühnenauftritt absolvierte – als eines der Kinder des tapferen Schneiderleins. Und er unfreiwillig die ganze Kulisse zum Wackeln brachte.
Nach einem Abstecher in den Stadtpark und in die Zeit seiner Jugend(-liebe) führte Hohler die Gruppe zum Hübelischulhaus. Hier las er die Geschichte des damaligen Gesanglehrers vor. Wobei er bemerkte, dass es kein einfacher Gesanglehrer war, nein, es war der Musikdirektor der Stadt Olten! Hier bewies Franz Hohler klar, dass er nicht nur ein talentierter Schreiber ist, sondern auch ein begnadeter (Vor-)Leser. Als er dem Musikdirektor zuwinkte, schauten nicht wenige der Zuhörenden wie selbstverständlich in die Richtung, wo dieser vor Jahrzehnten vorbeiging.

Nach Stationen vor der Stadtkirche, wo er als christkatholischer Ministrant und als junger Cellist aktiv war, ging der Spaziergang weiter zur alten Brücke. Der Notausgang des Kellertheaters am Zielemp ist das Thema einer weiteren unterhaltsamen Geschichte. Dieses Kellertheater war übrigens Schauplatz der Premiere von «Es bärndütsches Gschichtli», auch bekannt unter dem Namen «Ds Totemügerli». Mit einem Text zur Wildsau endete dieser kurzweilige Spaziergang.
Alle diese und viele andere Geschichten von Hohler und weiteren Autorinnen und Autoren können jederzeit individuell auf einem Rundgang genossen werden. Dann allerdings wieder digital, mit Smartphone und QR-Code.
