Im Keramikmuseum Matzendorf stellt vom 16. bis 31. Mai die Kunstkeramikerin Erika Fankhauser Schürch aus Wynigen ihre neuesten Werke aus. Die Vernissage ist am 16. Mai um 17 Uhr.
Kein Stück gleicht dem anderen: Erika Fankhauser Schürch produziert Unikate, die sich durch die Reduktion auf Wesentliches auszeichnen, dabei skulptural wirken und trotzdem alltägliche Funktionen erfüllen. Ihr Anspruch ist es, die Einfachheit in ihren Objekten nicht kühl und nüchtern wirken zu lassen, sondern warm, verspielt und poetisch. Ihre Objekte sollen optisch und haptisch Aufmerksamkeit erregen. In der Ausstellung im Keramikmuseum Matzendorf sind neueste Arbeiten aus den Kollektionen «lino» und «Epidermis» zu sehen. Zudem Unikate aus dem Holzofen Tongkama.

Der Klassiker der Künstlerin ist die Kollektion «lino», wofür sie die traditionelle Intarsien-Technik neu interpretiert hat, indem sie Porzellan mit Klinker verbindet und damit in aufwändigem Handwerk und mit gestalterischer Sicherheit bewegte Spuren in der Oberfläche der Objekte hinterlässt. Die Linien ergeben ein lustvolles Spiel für den Tastsinn und optische Täuschungen für die Augen.
Der Tanz mit dem Feuer
Vor vier Jahren hatte die Künstlerin den Wunsch, sich und allem ringsum einen schützenden, dicken Mantel anzuziehen. Daraus entstand die Kollektion «Epidermis». Dabei legen sich verschiedenste Strukturen, mal glatt und fein, mal rau und krustig, wie eine zweite Haut schmückend um die Porzellankörper. Die Struktur-Engoben in verschiedenen Weisstönen wirken wie eine Schutzschicht und umhüllen die Gefässe.
2024 beteiligte sich Erika Fankhauser Schürch erstmals mit eigenen Objekten beim Brand im Tongkama, dem Holzofen der Gruppe Naori.ch im Emmental. Dabei hat sie bewusst mit dem Thema der Verformung gespielt. Sie drehte die Stücke aus Porzellan und Steinzeug eher dünnwandig, mit ausdünnendem Rand. Wie erhofft verformten sich die Objekte im Ofen. Seitdem ist sie Feuer und Flamme für diese archaische Brenntechnik.
Dreh- und Angelpunkt ihrer Auseinandersetzung ist immer das Gefäss. Diese zeigen soziokulturelle Veränderungen auf und sind somit ein Spiegelbild des Menschen. Die Objekte von Fankhauser Schürch machen keramische Materialien und Prozesse sichtbar und erfahrbar.

