Alessandro Räber-Fattorini
Alessandro Räber-Fattorini ist neuer Präsident des SVB.

Ein Oltner präsidiert neu den Bestatterverband

Der Schweizerische Verband der Bestattungsdienste (SVB), Sektion Deutschschweiz-Tessin, hat den Oltner Unternehmer Alessandro Räber-Fattorini einstimmig zu seinem neuen Präsidenten gewählt. Gleichzeitig präsentiert der Verband ein Rechtsgutachten, das die Rollen von Angehörigen, öffentlicher Hand und Branche bei der Ausrichtung einer schicklichen Bestattung beleuchtet.

Die Rahmenbedingungen im Bestattungswesen sind je nach Region und Kanton sehr unterschiedlich. Um für Gemeinden, Angehörige und private Betriebe ein gemeinsames Verständnis zu schaffen, hat der SVB beim Institut für Föderalismus der Universität Freiburg ein Rechtsgutachten zum «schicklichen Begräbnis» in Auftrag gegeben. Das Gutachten beleuchtet das verfassungsrechtlich verankerte Recht auf eine würdevolle Bestattung und schlüsselt detailliert auf, wie sich die Zuständigkeiten zwischen Angehörigen, den Bestattungsunternehmen und der öffentlichen Hand verteilen. Es dient allen Akteuren als Leitfaden, um sensible Themen – von der Umsetzung persönlicher oder religiöser Bestattungswünsche bis hin zum korrekten Vorgehen bei ungedeckten Kosten – partnerschaftlich und rollengerecht zu lösen.

«Wir schaffen damit eine fundierte Orientierungshilfe für eine hochsensible Schnittstelle zwischen Staat, Branche und den Trauernden», erklärt der neu gewählte Präsident Alessandro Räber-Fattorini. Der 42-jährige Inhaber und Geschäftsführer der Bestattungen Nisio AG in Olten wird die Ergebnisse des Gutachtens in den kommenden Monaten gezielt mit den Mitgliedern diskutieren.

Qualitätssicherung und der Brückenschlag in den Süden
Neben der rechtlichen Rollenklärung setzt Räber-Fattorini einen strategischen Fokus auf die Ausbildung: Der Erwerb des eidgenössischen Fachausweises soll weiter gestärkt werden, um die fachliche und emotionale Kompetenz in der Branche nachhaltig zu sichern.

Gleichzeitig fördert der gebürtige Tessiner die nationale Vernetzung. Wie gross das Bedürfnis nach einer sprachübergreifenden Koordination ist, zeigte sich an der Generalversammlung in Stansstad eindrücklich durch den Beitritt von fünf neuen Tessiner Bestattungsunternehmen. «Der Umgang mit dem Tod erfordert landesweit höchste ethische Standards. Ich sehe meine Aufgabe darin, die Bedürfnisse der Südschweiz fest in unsere Sektionsarbeit zu integrieren», sagt der neue Verbandspräsident.

Alessandro Räber-Fattorini folgt auf den Willisauer Adrian Hauser, der den Verband in den vergangenen vier Jahren als Präsident massgeblich geprägt hat. Zentralpräsident Philipp Messer und die Sektion verdankten Hausers langjährigen und wertvollen Einsatz für die Schweizer Bestattungsbranche.

Text: MGT, ANZ & Bild: ZVG