Oratorienchor Olten
Der Oratorienchor Olten und die Camerata 49 während einer der letzten Proben. Zu sehen sind auch Dirigent Christoph Moser und Sopranistin Patricia Zanella.

Ein Konzert mit Vivaldi und Händel

Am Sonntag findet das 25. Sommernachtskonzert des Oltner Oratorienchors statt

Zum 25. Mal lädt der Oratorienchor Olten am 14. Juni zum Sommernachtskonzert in die Friedenskirche. Er tut dies wieder zusammen mit der Cantica Nova Worb und der Camerata 49. Es ist auch bereits ein Vierteljahrhundert her, dass Dirigent Christoph Moser den 1812 gegründeten Oratorienchor übernahm und mit der Konzertreihe einen speziellen Akzent ins Kulturleben setzte.

Gefeiert wird das Silberjubiläum mit einem Programm aus der Barockzeit, mit Antonio Vivaldis strahlendem Gloria, Georg Friedrich Händels Oboenkonzert in g-Moll und dem innigen «Laudate Pueri Dominum». Entstanden ist das feierliche «Gloria» im Jahr 1715 und trägt Vivaldis unverwechselbare Handschrift. Geschrieben hat es der Meister für das Ospedale della Pietà in Venedig. Ein «Gloria», das jubelt – aber mit Eleganz, menschlicher Wärme und sinnlicher Farbigkeit. Ein musikalischer Leckerbissen für Chor und Publikum.

Das «Laudate Pueri» entstand wohl um 1707, während einer Italienreise des damals 22-jährigen Händel. Es verdeutlicht auf wundersame Weise, wie sich der junge Komponist vom italienischen Barock inspirieren liess. Händel setzt auf lebendige Rhythmen, klare melodische Linien und brillante Koloraturen. Die virtuosen Gesangspartien werden dabei zum musikalischen Ausdruck von freudigen Emotionen, Glanz und Begeisterung.

Solistinnen sind wieder mit dabei
Auch das «Konzert für Oboe» in g-Moll ist ein Werk des jungen Händel. Entstanden ist es wohl um 1705, als er noch in Hamburg tätig war. Anders als viele seiner späteren Konzerte schrieb er es nicht als Opern-Zwischenspiel, sondern wohl als Solokonzert für einen hervorragenden Oboisten in Händels Umfeld. In Olten wird es von Barbara Tillmann interpretiert – ebenfalls eine Oboistin, an der Händel seine helle Freude gehabt hätte.

Zur grossen Freude von Chor und Dirigent sind auch die beiden anderen Solistinnen wieder mit dabei – die Zürcherin Patricia Zanella überzeugte schon vor zwei Jahren in der Friedenskirche mit ihrer grossartigen, flexiblen Sopranstimme und ihrer unvergleichlichen Präsenz. Sie bewegt sich souverän zwischen Oper, Konzert und Lied. Die Altistin Olga Romanenko lebt seit März 2022 in der Schweiz – geboren wurde sie in der Ukraine. Sie hat auf mehreren Tourneen ihr musikalisches Können unter Beweis gestellt. Auch in der Schweiz ist ihre grosse, aber sanfte Stimme schon zu hören gewesen – auch hier in Olten, bei der «Nelsonmesse» am Sommernachtskonzert 2024.

Ein Glücksfall für beide Chöre
Dirigent Christoph Moser ist geboren und aufgewachsen in Worb – und verfügt über Ausbildungen als Flötist und als Dirigent. Seit 1987 leitet er erfolgreich die Cantica Nova Worb und seit 2001 auch den Oratorienchor Olten. Mit seinem umfassenden musikalischen Können und seiner umsichtigen und wertschätzenden Art hat sich Moser als wahrer Glücksfall für beide Chöre erwiesen: 25 gemeinsame, tolle Jahre voller Herzblut sprechen eine deutliche Sprache.

Sonntag, 14. Juni, Konzertbeginn um 18 Uhr, Abendkasse ab 17 Uhr. Nummerierte Plätze: 50 Fr., unnummerierte Plätze: 40 Fr. Junge Leute in Ausbildung/Studierende: Gratis (Abendkasse/Ausweis).

Weitere Infos und Tickets:
www.oratorienchorolten.ch

Chor braucht dringend neue Mitsingende
Nach dem Konzert wird auf dem Vorplatz vor der Friedenskirche ein Apéro serviert, es ist im Eintrittspreis inbegriffen. Dabei bietet sich dem Publikum Gelegenheit, mit den Solistinnen, dem Dirigenten, den Musikern – und insbesondere mit den Mitgliedern der Chöre in Kontakt zu treten. Gerade der Oratorienchor Olten freut sich auf zahlreiche Begegnungen mit Musikbegeisterten, ist er doch dringend auf neue Mitsingende angewiesen, wenn diese 25. Ausgabe des Sommernachtskonzertes nicht die letzte gewesen sein soll, wie er mitteilt. Choristen und Dirigent hoffen, dass auch nächstes Jahr wieder auf ein zauberhaftes Konzert angestossen werden kann.

Text: MGT & Bild: ZVG