Damenschuh von 1936. Pumps mit T-Bride aus grünem Rentier-Nubuk, mit eingeflochtenen weissen und grünen Lederriemchen.
Damenschuh von 1936. Pumps mit T-Bride aus grünem Rentier-Nubuk, mit eingeflochtenen weissen und grünen Lederriemchen.

Wertvolle Industriegeschichte erhalten

Der Solothurner Regierungsrat stellt Firmenarchiv und Schuhsammlung der Firma Bally provisorisch unter Schutz. Damit soll das für Kanton und Region historisch bedeutende Kulturgut langfristig erhalten bleiben.

Die Firma Bally hat ihren Ursprung in Schönenwerd, das Unternehmen hat die Region über die Gemeinde hinaus über Jahrzehnte geprägt. Das Firmenarchiv und die Schuhsammlung dokumentieren 175 Jahre Firmengeschichte; sie sind wichtig für die Industriegeschichte des Kantons und haben einen bedeutenden kulturellen Wert. Vor wenigen Wochen hat Bally ihre Schuhproduktion in der Schweiz endgültig eingestellt. Erste Läden wurden geschlossen. Die Zukunft des Firmenarchivs und der Schuhsammlung ist ungewiss. Deshalb stellt die Exekutive beides unter provisorischen Schutz, wie sie am Dienstag verlauten liess.

Das Bally Firmenarchiv beinhaltet das Geschäftsarchiv von der Firmengründung im Jahr 1851 bis heute, das Marketing-Archiv mit Plakaten und zahlreichen anderen Werbemitteln ab ungefähr 1910 sowie umfangreiche Fotosammlungen und Filmbestände ab 1900. Die ab dem späten 19. Jahrhundert systematisch zusammengetragene Schuhsammlung umfasst heute einige zehntausende Schuhe aus der eigenen Produktion und teilweise von Modellen fremder Produzenten. Damit gehören Firmenarchiv und Schuhsammlung Bally zu den bedeutendsten Kulturgütern des Kantons. Sie stellen einen ausserordentlich hohen kulturhistorischen Wert dar, dem nationale Bedeutung zugemessen werden darf.

Eine nachhaltige Lösung als Ziel
Nachdem Bally im Mai die Schuhproduktion in der Schweiz endgültig eingestellt und erste Filialen geschlossen hat, ist die Zukunft ungewiss. Deshalb hat der Regierungsrat entschieden, Archiv und Sammlung unter provisorischen Schutz zu stellen. Er will mit den Eigentümern in Verhandlung treten und eine nachhaltige Lösung finden. Das Firmenarchiv und die Schuhsammlung Bally sollen in ihrer Gesamtheit in Schönenwerd erhalten bleiben. Die provisorische Unterschutzstellung verhindert die Auflösung der Sammlung oder des Archivs sowie den Abtransport vom aktuellen Standort. Sie gilt für maximal ein Jahr.

Bally Reklameplakat aus dem Jahr 1926,
entworfen von Emil Cardinaux.
Reklameplakat aus dem Jahr 1926, entworfen von Emil Cardinaux.
Text: MGT & Bilder: Sammlung Bally Schuhfabriken GmbH