Handelskammer-Direktor Daniel Probst (rechts) und Michael Käsermann, BDO AG.

Oensingen bei Standortindikator an der Spitze

Der neue Gemeinde-Standortindikator der Solothurner Handelskammer und der BDO AG zeigt erstmals eine umfassende, vergleichbare Bewertung der wirtschaftlichen Standortqualität im Kanton Solothurn. Oensingen erreicht mit 71,25 von 100 Punkten den Spitzenplatz und setzt sich knapp vor Olten und Däniken durch.

Der Indikator analysiert 40 Gemeinden anhand von fünf gleich gewichteten Themenfeldern und schafft damit laut Mitteilung der Solothurner Handelskammer (SOHK) eine neue, datenbasierte Grundlage für die Beurteilung der Standortattraktivität auf Ebene Gemeinde. Zwischen den Gemeinden bestehen deutliche Unterschiede, gleichzeitig zeigen sich klar erkennbare Erfolgsprofile. Neben den steuerlichen Rahmenbedingungen sind insbesondere Verkehrsanbindung, Flächenverfügbarkeit und wirtschaftliche Substanz zentrale Faktoren.

Erstmalige, systematische Bewertung
Mit dem Gemeinde-Standortindikator wird im Kanton Solothurn erstmals die wirtschaftliche Standortqualität der Gemeinden erfasst. Untersucht wurden Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern und/oder mehr als 1000 Beschäftigten im zweiten und dritten Sektor. Damit werden rund 74 Prozent der Bevölkerung sowie rund 85 Prozent der Arbeitsplätze im Kanton Solothurn abgedeckt. Die Bewertung basiert auf den fünf Themenfeldern Steuern und Gebühren, Verkehrsanbindung, Bauen, Reglemente und Flächen, Umgebung und Lebensqualität sowie weitere Standortfaktoren.

Oensingen überzeugt laut SOHK im Gesamtbild durch eine «sehr ausgewogene Leistung über sämtliche Themenfelder hinweg». Besonders stark positioniere sich die Gemeinde bei der Verkehrsanbindung, der Verfügbarkeit von Arbeits- und Entwicklungsflächen sowie bei wirtschaftsnahen Rahmenbedingungen. Auf den weiteren Spitzenplätzen folgen Olten – als regionales Zentrum – und Däniken.

Unterschiedliche Erfolgsprofile
Der Gemeinde-Standortindikator zeige klar, dass es nicht den einen Erfolgsweg gebe, heisst es weiter. Gemeinden erreichten gute Ergebnisse über unterschiedliche Kombinationen von Standortfaktoren. Entlang zentraler Verkehrsachsen zeigen sich tendenziell höhere Standortwerte. Parallel dazu gewinnen gemäss Handelskammer Faktoren wie Fachkräfteverfügbarkeit sowie Wohn- und Lebensqualität weiter an Bedeutung.
Mit dem Indikator wird den Gemeinden eine Grundlage zur gezielten Weiterentwicklung der Standortattraktivität bereitgestellt. Bestandteil des Angebots ist eine von der publicXdata AG entwickelte Online-Plattform. Die Analyse wird alle vier Jahre aktualisiert.

Text: MGT, ANZ & Bild: ZVG