Die Busbetrieb Olten Gösgen Gäu AG (BOGG) hat letzte Woche ihre 28. Generalversammlung in Wangen bei Olten durchgeführt. Die Aktionärinnen und Aktionäre genehmigten die Jahresrechnung und verabschiedeten den langjährigen Verwaltungsratspräsidenten Peter Schafer. Mit Kathrin Saner wählten sie eine erfahrene Persönlichkeit an die Spitze des Gremiums.
Die GV genehmigte die Jahresrechnung 2025 einstimmig. Das Geschäftsjahr schliesst Verlust von rund 1,5 Mio. Franken, was zu einem gewünschten Abbau von gebundenen Reserven im Orts- und Regionalverkehr führt. Direktor Roman Fischer erläuterte die Ursachen: Stagnation der Fahrgastzahlen auf hohem Niveau – 8 293 436 Fahrgäste –, veränderter Einnahmenverteilschlüssel im Tarifverbund A-Welle sowie höhere Kosten im Zusammenhang mit der laufenden Transformation zur Elektromobilität. Der Kostendeckungsgrad liegt bei 46,15 Prozent.
Trotz Defizit bleibt die finanzielle Lage der BOGG stabil, wie das Unternehmen mitteilt. Das Eigenkapital entspricht den gesetzlichen Anforderungen, es bestehen keine finanziellen Engpässe. Der Verlust wird den gebundenen Reserven im Orts- und Regionalverkehr entnommen.
Strategische Arbeit war im Fokus
Verwaltungsratspräsident Peter Schafer und Direktor Roman Fischer blickten auf ein Jahr zurück, das durch strategische Grundlagenarbeit geprägt war. Im Mittelpunkt standen die Klärung der Eigentümerstruktur nach dem vollständigen Rückzug des Kantons Solothurn als Aktionär, die Verabschiedung der Strategie 2026 – 2030 («BOGG 2.0»), die Beschaffung von neuen batterieelektrischen Fahrzeugen sowie der Ausbau der Lade-Infrastruktur im Depot Wangen.
Ergänzend konnte die BOGG ihr Nebengeschäft weiterentwickeln: Mit neuen Servicekunden im Bereich Wartung und Unterhalt von Linienbussen sowie wachsenden Aufträgen im Bereich Werbetechnik (BOGG Media) wurden neue Ertragsquellen erschlossen.
Peter Schafers Wirken verdankt
Nach 13 Jahren an der Spitze des Verwaltungsrates trat Peter Schafer an der diesjährigen Generalversammlung von seinem Amt zurück. In einem bewegenden Abschlussreferat dankte er Mitarbeitenden, Verwaltungsrat, Aktionärsgemeinden und Geschäftsleitung für das entgegengebrachte Vertrauen. «Das Personal ist der wichtigste Faktor der BOGG», betonte Schafer. Sein persönliches Fazit fiel schlicht aus: «Ich bin dankbar, dass ich 13 Jahre auf strategischer Ebene Teil des Teams der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu AG sein durfte.» Stefan Berchtold würdigte sein Wirken: «Du übergibst heute nicht einfach ein Unternehmen. Du übergibst eine BOGG, die solide aufgestellt ist und den Herausforderungen der Zukunft mit Zuversicht begegnen kann.»
Tiefes Branchenwissen im Rucksack
Die Versammlung wählte Kathrin Saner einstimmig zur neuen Präsidentin des Verwaltungsrates. Sie ist in Olten aufgewachsen und der Region bis heute eng verbunden. Als ehemalige Geschäftsleiterin bei Livesystems AG, wo sie die Neuakquisition von Verkehrsbetrieben verantwortete und als frühere Verantwortliche für strategische Themen im Regionalverkehr bei der SBB bringt sie tiefes Branchenwissen mit. Heute führt sie ein M&A-Unternehmen mit Sitz in Olten und ist als Expertin bei Innosuisse tätig. Sie verfügt über einen Master in Ökonomie und Kommunikation sowie eine fundierte Verwaltungsrats-Weiterbildung.
Mit dem Beginn einer neuen Amtsperiode wurde der gesamte Verwaltungsrat in Globo neu gewählt. Die GV bestätigte Stefan Berchtold, Urs Elber, Peter Frei, Andreas Heller, Thomas A. Müller, Daniel Studer und Rolf Walser einstimmig in ihren Ämtern. Ein Sitz bleibt bis zur Verabschiedung eines neuen Aktionärbindungsvertrages vakant.
