Mit dem Projekt «SO-Inklusiv – Mobile Klapprampen» setzen der Verein Selbstvertretung Kanton Solothurn, das Citymanagement Olten, Gewerbe Olten und die Stadt Olten gemeinsam ein Zeichen für mehr Inklusion und Barrierefreiheit in der Oltner Innenstadt. Wie das geht, wurde vor Wochenfrist anschaulich demonstriert.
Barrierefreiheit bedeutet Lebensqualität. Bereits eine einzige Stufe vor einem Geschäft kann für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen eine unüberwindbare Hürde darstellen. Ziel des Projekts «SO-Inklusiv – Mobile Klapprampen» ist es deshalb, mit einfachen Lösungen möglichst vielen Menschen den Zugang zu Geschäften, Gastronomiebetrieben und Dienstleistungsbetrieben zu ermöglichen.
«Ich engagiere mich seit einiger Zeit für mehr Barrierefreiheit, damit Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können», sagt Linda Halter vom Verein Selbstvertretung Kanton Solothurn und Initiantin des Projektes. Gemeinsam mit dem Citymanagement wurde die Oltner Innenstadt analysiert und geprüft, wo mit mobilen Klapprampen zusätzliche Barrierefreiheit geschaffen werden kann. Im Anschluss suchte das Citymanagement das Gespräch mit besagten Betrieben. Insgesamt konnten zehn Oltner Geschäfte für das Projekt gewonnen werden und verfügen heute über eine mobile Klapprampe.
Leicht und einfach zu bedienen
«Die Analyse hat gezeigt, dass bereits viele Betriebe in Olten barrierefrei zugänglich sind. Bei Geschäften mit einer oder zwei Eingangsstufen bieten mobile Klapprampen eine einfache und kostengünstige Lösung», sagt Oltens umtriebiger Citymanager Benjamin Pipa. Die Klapprampen seien leicht, einfach zu bedienen und könnten innerhalb weniger Sekunden aufgestellt und wieder verstaut werden. Just diese einfache Handhabung war ein wichtiges Kriterium, damit alle Mitarbeitenden die Rampen im Alltag problemlos einsetzen können.
Auch Sascha Rickenbacher, Co-Präsident von Gewerbe Olten, ist vom Projekt überzeugt: «Manchmal fragt man sich, weshalb man ein Thema nicht schon viel früher angegangen ist. Inklusion gehört zu einer modernen Stadt wie Olten.» Mit diesem Projekt ermögliche man mehr Menschen den Zugang zu den Geschäften und schaffe gleichzeitig einen Mehrwert für das lokale Gewerbe.

Stadtpräsident Thomas Marbet freut sich ebenfalls über die Initiative: «Es ist schön zu sehen, wie mit einfachen Mitteln mehr Barrierefreiheit geschaffen werden kann. Das Projekt zeigt eindrücklich, was möglich ist, wenn Stadt, Gewerbe und engagierte Organisationen gemeinsam an einer guten Lösung arbeiten.» Auch Konrad Flückiger, Mitglied des Mitwirkungsrates der Stiftung Arkadis in Olten und Dirk Maier, Bereichsleiter Beschäftigung und Arbeit bei Arkadis, begrüssen das Projekt und hoffen, dass sich weitere Betriebe beteiligen.
Weitere Betriebe sollen folgen
Wie gross der Nutzen im Alltag ist, beschreibt Linda Halter anhand eines persönlichen Beispiels: «Früher musste ich mich bei der Gelateria Kalte Lust bereits vor der Türe für eine Glace entscheiden, obwohl ich das Angebot aus dieser Distanz kaum erkennen konnte. Heute kann ich wie alle anderen bis an die Theke fahren, das Sortiment in Ruhe anschauen und meine Glace selbst auswählen. Das bedeutet für mich echte Teilhabe.» An der ersten Projektphase beteiligen sich die Apotheke zum Kreuz, Ella’s Kinderboutique, Gryffe, das Haus zum Adler mit der Regiobank, das Hotel Olten, Kalte Lust, Maduro, Polish Nails sowie Trotter Optik.
Die Projektkosten der ersten Phase mit zehn mobilen Klapprampen belaufen sich auf rund 7500 Franken. Die Projektleitung und Koordination erfolgte durch das Citymanagement. Finanziert wurde das Projekt nach dem Prinzip einer Public-Private-Partnership: Ein Drittel der Kosten übernahmen die teilnehmenden Betriebe, ein Drittel steuerte Gewerbe Olten bei und das letzte Drittel wurde gemeinsam von der Stadt Olten und Pro Infirmis Aargau-Solothurn finanziert.
Ziel ist es nun, weitere Betriebe für das Projekt zu gewinnen, zusätzliche mobile Klapprampen einzusetzen und dort, wo bauliche Hindernisse bestehen bleiben, alternative Lösungen zu schaffen. So soll die Innenstadt Schritt für Schritt für alle Menschen zugänglicher werden.
