Die solothurnische Sektion der Veteranenvereinigung des SFV wird heuer 70-jährig. Für Präsidentin Mägy Nideröst erst recht ein Grund, deren Schaffen und die Vorzüge einer Mitgliedschaft zu bewerben. Sie möchte die Sektion verjüngen und den Frauenanteil erhöhen. «Fussballbegeisterte können bei uns ganz ungezwungen Kameradschaft pflegen und Geselligkeit leben», verspricht sie.
Ehemalige Funktionärinnen und Funktionäre, aber auch Schiedsrichter und Spieler und letztlich alle, für die Fussball die schönste Nebensache der Welt ist, können Mitglied in der Veteranenvereinigung des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) werden. Die Sektion Solothurn wird seit diesem Frühjahr von Mägy Nideröst präsidiert, sie übernahm das Amt vom Grenchner Rolf Lüdi. «Fussball gibt mir einen guten Ausgleich zum Beruf und das Präsidium der Vereinigung bringt zusätzliche neue Kontakte», sagt sie. Die 62-Jährige aus Gunzgen ist in der regionalen Fussballszene seit vielen Jahren ein Begriff, so trainiert die Inhaberin des Trainer-C-Diploms seit zwei Jahrzehnten im Kinderfussball und fungiert an vielen Fronten engagiert als Botschafterin für den Frauenfussball. Aktuell ist Mägy Nideröst Trainerin der Juniorinnen beim FC Oensingen, wo sie ausserdem seit eineinhalb Jahren Juniorenobfrau ist.
Sie selbst gehört der Vereinigung seit 15 Jahren an und ist sowohl was Alter und auch Geschlecht betrifft nicht repräsentativ für die Solothurner Sektion. Von den aktuell 860 Mitgliedern seien vielleicht knapp zehn Prozent Frauen, sagt sie. Und das Durchschnittsalter liege wohl eher so bei Mitte siebzig. «Es ist mein Ziel, auch jüngere Fussballliebhaber für uns zu gewinnen», meint sie enthusiastisch. Hier könne man ungezwungen zusammenkommen, Geselligkeit leben und über alle Aspekte des Fussballs fachsimpeln. Und ja, sie schmunzelt: Ein wenig «weisch no», so das offizielle Motto der Vereinigung, gehöre selbstverständlich auch dazu.
Sie ist prädestiniert für dieses Amt
Die Sektion Solothurn wurde vor 70 Jahren durch den Biberister Hans Müller gegründet, der zugleich deren erster Präsident war. Im siebenköpfigen Vorstand trifft man sich in der Regel zu drei bis vier Sitzungen pro Jahr. Immer im Juni finden während zweier Tage die Schweizerischen Veteranentage des SFV statt. Für deren Austragung und Organisation zeichnet jeweils eine Sektion verantwortlich. Einige weitere Fixpunkte im Jahresprogramm: Grillplausch mit Rahmenprogramm, Jass- und Kegelnachmittag im Herbst sowie als absolutes Highlight der Besuch eines Fussballmatches im Ausland.
Der Vereinigung treten laut ihrer Präsidentin viele erst ab fünfzig bei, dabei wäre dies bereits mit 35 möglich. Aber dann setze man halt die Prioritäten noch anders, zeigt sie dafür Verständnis. Bei ihrer Antrittsrede im Frühjahr sagte Mägy Nideröst den Anwesenden, sie sei gespannt auf ihre Geschichten, auch über den Fussball hinaus. «Es ist wichtig, dass die Fussball-Veteranen auch gehört werden und ihre Erfahrung den Jüngeren mitgeben können», ist sie überzeugt. Ihre Funktion sieht sie denn auch als Bindeglied zwischen Alt und Jung – und sie könnte prädestinierter kaum sein: Die Arbeit mit älteren Menschen ist ihr als Pflegehelferin bei der Spitex Gäu, in der Palliativ- und Demenzgruppe, mitnichten fremd. «Man darf im Alter auch den Mut haben, sich im Leben wieder zu öffnen», sagt sie. Just dies möchte sie Menschen, die noch einigermassen mobil sind, auch vermitteln.
An Ideen mangelt es ihr nicht
Mägy Nideröst hat viele Ideen, um die Solothurner Sektion zu verjüngen und den Frauenanteil zu erhöhen. Mit den sechs weiteren Mitgliedern im Vorstand habe sie ein gutes Team im Rücken, betont sie. Noch vor den Sommerferien hat die Präsidentin den Mitgliedern einen Fragebogen zugestellt, um «den Puls zu fühlen» und deren Bedürfnisse abzuholen. Ihr schwebt mittelfristig ein Podcast vor, den sie via WhatsApp-Kanal verbreiten möchte. «Das kann mit einem ehemaligen Schiedsrichter sein, dem Kantonalfussballpräsidenten oder einer Spielerin – einfach mit einer interessanten Persönlichkeit, die in Sachen Fussball etwas zu sagen hat.»
Für die kommende Generalversammlung der Sektion Solothurn, die am 30. Januar 2027 stattfinden wird, wird ein gastgebender Verein gesucht. Wer den Zuschlag erhält, wird auch den Grillnachmittag im Sommer ausrichten dürfen – und darf mit einem hübschen Zustupf in die Vereinskasse rechnen.
Mit einem Jahresbeitrag von 30 Franken ist man als Mitglied dabei. Interessierte können sich direkt bei Mägy Nideröst melden: nideroest.margrith@gmx.ch