Eine Fusspatrouille der Kantonspolizei Solothurn, hier beim Bahnhof der Kantonshauptstadt.

Eine Investition in die Lebensqualität

Der Korpsbestand der Kantonspolizei Solothurn soll bis 2035 schrittweise erhöht werden

Die Belastung der Kantonspolizei Solothurn hat in den vergangenen Jahren markant zugenommen, ohne dass die personellen Ressourcen entsprechend ausgebaut wurden. Das zeigt der «Sicherheitsbericht 26+» auf, den der Regierungsrat verabschiedet hat. Um die Sicherheit im Kanton langfristig gewährleisten zu können, soll der Korpsbestand schrittweise, bis ins Jahr 2035, um rund einhundert Stellen erhöht werden. 

Ausgangspunkt des «Sicherheitsberichts 26+» bildeten parlamentarische Vorstösse aus dem Jahr 2025, die eine Überprüfung der Leistungen und Strukturen der Kapo Solothurn im Zusammenhang mit einer möglichen Korpserhöhung verlangten. Der Bericht zeigt auf, dass die Zahl der zur Anzeige gebrachten Delikte in den letzten zehn Jahren deutlich angestiegen ist. Besonders stark zugenommen haben Vermögensdelikte sowie die Komplexität der Strafverfahren. Gleichzeitig entstanden neue Anforderungen etwa im Bereich der Cyberkriminalität, der Strukturkriminalität oder der Präventionsarbeit.

Hohe Kriminalitätsbelastung, aber eine der tiefsten Polizeidichten
Die Kantonspolizei Solothurn bewältigt heute eine hohe Kriminalitätsbelastung, verfügt aber gleichzeitig über eine der tiefsten Polizeidichten der Schweiz. Dies wurde vergangene Woche auch im Rahmen einer Medienkonferenz im Beisein von Frau Landammann Susanne Schaffner und Fabienne Holland, Kommandantin der Kapo, unterstrichen. Im interkantonalen Vergleich weist der Kanton Solothurn eine der höchsten Anzeigenbelastungen pro Mitarbeitendem auf. Dies führt zu einer hohen Belastung des Polizeikorps und schränkt die Möglichkeiten für zusätzliche Präsenz, Prävention und Schwerpunktsetzungen ein. Bereits heute müssen Aufgaben priorisiert oder zurückgestellt werden, was sich negativ auf die sichtbare Polizeipräsenz und die Kriminalitätsbekämpfung auswirkt. 

Der Regierungsrat anerkennt die bereits umgesetzten Effizienzsteigerungen innerhalb der Kantonspolizei. Mit organisatorischen Anpassungen und dem verstärkten Einsatz von Informationstechnologie konnten Prozesse optimiert werden. Diese Massnahmen reichen jedoch nicht aus, um die bestehenden personellen Lücken zu schliessen und den steigenden Anforderungen nachhaltig zu begegnen.

Gestaffelter Ausbau des Polizeikorps
Die Solothurner Exekutive erachtet deshalb einen gestaffelten Ausbau des Polizeikorps als notwendig. Bis im Jahr 2035 sollen rund 100 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Um die dringendsten Lücken zu schliessen, sollen in einer ersten Phase 51 zusätzliche Stellen während der Globalbudgetperiode 2027 – 2029 geschaffen werden. Dieser Schritt ermögliche insbesondere eine stärkere Polizeipräsenz im öffentlichen Raum und eine gezieltere Bekämpfung der Strukturkriminalität, wie es vor den Medien hiess. In einer zweiten Phase sollen in den Globalbudgetperioden 2030 – 2032 sowie 2033 – 2035 total weitere 50 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Erklärtes Ziel ist es, die Sicherheit im gesamten Kantonsgebiet weiter zu erhöhen, die Polizeipräsenz auszubauen und neue Herausforderungen – insbesondere im Cyberraum – wirksam bewältigen zu können. 

Mit dieser Aufstockung würde der Kanton Solothurn bezüglich Polizeidichte ins schweizerische Mittelfeld aufschliessen. Der Regierungsrat erachtet dies als unabdingbar. «Es ist eine Investition in die Sicherheit, die Standortattraktivität und die Lebensqualität unseres Kantons», sagt Frau Landammann Susanne Schaffner. Ein Verzicht auf eine Korpserhöhung würde laut Regierung zu weiteren sicherheitspolitischen Nachteilen führen und die Erreichung der kantonalen Sicherheitsziele gefährden.

Text: ANZ & Bild: ZVG