Mit spitzer Feder

Sara Liechti

Ich reise gerne. Ich entdecke gerne andere Länder, andere Kulturen, andere Lebensarten. Jedes Land hat seine Eigenheiten, seine Traditionen, seine Art zu leben. Genau das macht Reisen spannend.

Gleichzeitig frage ich mich manchmal: Was bleibt eigentlich von uns?

Die Schweiz verändert sich. Natürlich tut sie das. Jedes Land verändert sich. Durch neue Generationen, neue Gewohnheiten, neue Einflüsse, auch durch Zuwanderung. Das ist keine Anklage. Es ist eine logische Folge. Wenn viele verschiedene Generationen und Kulturen zusammenleben, verändern sich Werte, Sprache, Alltag und Traditionen.

Das muss nicht schlecht sein. Aber man darf es doch benennen dürfen, ohne sofort in eine Ecke gestellt zu werden.

Ich möchte keine Schweiz, die sich abschottet. Ich möchte aber auch keine Schweiz, die irgendwann nicht mehr weiss, was sie einmal ausgemacht hat. Neutralität, Verlässlichkeit, Ordnung, Eigenverantwortung, Bescheidenheit, direkte Demokratie, Traditionen, Vereinsleben – all das ist nicht einfach Dekoration. Es ist ein Teil unseres Fundaments – unserer DNA.

Vielleicht klingt das altmodisch. Vielleicht sogar unbequem. Aber wer seine Werte nicht mehr pflegt, darf sich nicht wundern, wenn sie verschwinden.

Andere Länder dürfen ihre Kultur feiern. Warum sollten wir uns dafür schämen?

Ich habe nichts gegen Veränderung. Aber ich habe etwas dagegen, wenn wir vergessen, was uns über Generationen geprägt hat. Denn wer seine eigenen Werte nicht mehr kennt, kann sie auch nicht weitergeben.