Am 30. August treffen auf der alten Hauensteinlinie gleich zwei Jubiläen aufeinander: Das legendäre SBB-«Krokodil» Ce 6/8 III 14305 wird 100 Jahre alt – und die Gemeinde Läufelfingen feiert ihr 800-jähriges Bestehen. SBB Historic verbindet die beiden Geburtstage mit einer besonderen Fahrt von Olten über Läufelfingen nach Sissach und zurück.
Das «Krokodil» gehört definitiv zu den bekanntesten historischen Lokomotiven der Schweiz. Mit seiner unverwechselbaren Silhouette, den langen Vorbauten und dem charakteristischen Stangenantrieb ist es bis heute ein eindrücklicher Zeuge der Schweizer Eisenbahngeschichte. In diesem Jahr feiert die Ce 6/8 III 14305 ihren 100. Geburtstag. Am kommenden Sonntag verlässt die historische Lokomotive ihr Heimatdepot Olten für eine ganz besondere Reise über die alte Hauensteinlinie via Läufelfingen nach Sissach und natürlich auch in umgekehrter Richtung.
Läufelfingen ist dabei weit mehr als einfach nur ein Zwischenhalt: Beim Bau der Hauensteinlinie in den 1850er-Jahren spielte das Dorf mit dem Nordportal des Scheiteltunnels eine wichtige Rolle und wurde durch die neue Bahnverbindung auch nachhaltig geprägt.
Wichtiges Stück Schweizer Eisenbahngeschichte
Die Fahrt führt über eine Strecke, die selbst ein bedeutendes Stück Schweizer Eisenbahngeschichte ist. Mit der Eröffnung der Linie 1858 wurde eine wichtige Eisenbahnverbindung zwischen Basel und dem Schweizer Mittelland geschaffen. Heute schlängelt sich die historische Strecke durch die Juralandschaft über Läufelfingen nach Olten. Am 30. August ist Läufelfingen aber nicht nur Zwischenhalt des historischen Erlebniszugs: Die Gemeinde feiert heuer auch ihr 800-jähriges Bestehen.
Als die Ce 6/8 III 14305 im Jahr 1926 ihren Dienst bei den SBB aufnahm, befand sich die Schweizer Eisenbahn in einer Phase des Wandels. Der Erste Weltkrieg und der damit verbundene Kohlemangel hatten die Elektrifizierung des Bahnnetzes beschleunigt. Bereits 1920 wurde der elektrische Betrieb auf der Gotthardstrecke schrittweise aufgenommen. Für die steilen Rampen am Gotthard brauchte es leistungsfähige elektrische Lokomotiven. Die Ce 6/8 III gehörte zu einer neuen Generation schwerer Güterzugslokomotiven. Ihre Konstruktion mit zwei beweglichen Vorbauten verlieh ihr jene unverwechselbare Form, die später zum Übernamen «Krokodil» führte.Die Leistung war für ihre Zeit beeindruckend. Auf den steilen Bergstrecken konnten die Ce 6/8 III eine Anhängelast von 520 Tonnen mit 35 km/h befördern. Zum Vergleich: Die C 5/6, die grösste und stärkste Dampflokomotive der SBB, schaffte 300 Tonnen mit 25 km/h.
Mehr als 30 Jahre am Gotthard vor schweren Güterzügen
Die Ce 6/8 III 14305 gelangte nach ihrer Ablieferung ins Depot Erstfeld und stand während mehr als drei Jahrzehnten im harten Einsatz am Gotthard. Dort beförderten die «Krokodile» schwere Güterzüge über die Alpen. Ab den 1950er-Jahren wurden sie von moderneren Lokomotiven wie der Ae 6/6 abgelöst. Ab 1960 war die Ce 6/8 III 14305 im Depot Basel stationiert und beförderte Güterzüge ab den Rheinhäfen. 1979 wurde die Lok weitgehend in ihren Ursprungszustand zurückversetzt. Heute ist sie im Depot Olten beheimatet und wird von SBB Historic als rollender Zeitzeuge erhalten.
Alle Infos: www.sbbhistoric.ch