Parolen im Dutzend
«Let’s Paradise – Parolen im Dutzend», nennt sich dieses Werk der Künstlerin.

Geschichten vom Menschsein

Rita De Nigris stellt im Keramikmuseum Matzendorf aus

Jedes der keramischen Unikate von Rita De Nigris spricht eine Botschaft: mal plakativ und laut, mal leise und doch relevant, erzählend von den Beziehungen und Zusammenhängen des Lebens: Natur-Kultur, Mensch-Tier, Aufbau-Zerstörung, Tradition-Moderne. Ihr Schaffen stellt sie ab 7. November im Keramikmuseum Matzendorf aus.

Zunächst mögen die Arbeiten auf den fernen Blick traditionell erscheinen mit ihren historisch anmutenden Formen, der beigeweissen Oberfläche und den kobaltblauen Illustrationen. Spätestens beim zweiten Blick fällt auf, dass sowohl die figurativen Motive als auch die graffitiartigen Parolen alles andere als traditionell sind: Sie verbinden in ihrem Narrativ mehr oder weniger subtile Gesellschaftskritik mit ironischem Augenzwinkern.

Rita De Nigris
Rita De Nigris mit Rabe. Ihr Schaffen erzählt von den Zusammenhängen des Lebens.

Dabei ist nicht nur das Aussehen der Objekte irreführend, auch das Arbeitsverfahren wird auf den Kopf gestellt: Statt wie üblich erst die Form des Stückes, dann seine illustrative Bemalung zu erschaffen, werden bei Rita De Nigris Arbeiten erst die Komposition und Oberflächenillustration auf der flachen Tonplatte gestaltet und erst danach folgt die Formgebung ins Dreidimensionale. De Nigris arbeitet seit jeher vielschichtig, sowohl inhaltlich als auch technisch. Sie befindet sich mit ihren einzigartigen keramischen Objekten an der Schnittstelle zwischen Kunst und Kunsthandwerk.

Ein überaus vielfältiges Schaffen
Für ihr gestalterisches Schaffen kann die Künstlerin auf über 30 Jahre professionelle Berufserfahrung zurückgreifen und dank ständiger Weiterentwicklung aus einem reichen Fundus unterschiedlichster Techniken und Arbeitsweisen schöpfen. So bedient sie sich in ihren aktuellen Arbeiten für die Formgebung vor allem der Plattentechnik und kombiniert diese mit illustrativer Handbemalung, Monotypien, Siebdrucken und Sgraffito für die Oberflächengestaltung. In ihrer Werkstatt in Biel entstehen aus roter Steinzeugmasse, beigefarbener Engobe, Kobaltblau, Kupfergrün und Blutrot handgefertigte Keramiken, von kleinen Espressotassen bis zu fast den Ofen sprengenden Gefässen.

Eine wohlüberlegt kuratierte Auswahl der Einzelstücke ist nun im Rahmen der Sonderausstellung im Gewölbekeller des Keramikmuseums Matzendorf zu sehen, ein Besuch lohnt sich allemal.


Ausstellung:
7. bis 22. November

Vernissage:
Samstag, 7. November, um 16 Uhr. Es spricht Markus Egli, Kurator Keramikmuseum Matzendorf

Öffnungszeiten:
Freitag: 17 - 20 Uhr; Samstag: 14 - 17 Uhr; Sonntag: 14 -17 Uhr.
Rita De Nigris ist am 7./8. und 22. November persönlich anwesend.

Parkplätze beim Coop, ÖV: Matzendorf Schulen.

www.matzendorfer-keramik.ch

Text: MGT, ANZ & Bilder: ZVG