An der Generalversammlung des Schweizerischen Zivilschutzverbandes (SZSV) in Olten vor Wochenfrist ist der langjährige Vizepräsident Franco Giori zurückgetreten. Der Verband, an dessen Entstehung der Oltner massgeblich beteiligt gewesen war, durfte an der GV auch gleich sein 15-jähriges Bestehen feiern.
«Ich war Teil eines Verbandes, in dem ich mich immer sehr wohl gefühlt habe», blickt Franco Giori in der aktuellen Nummer der Verbandszeitschrift auf die vergangenen 15 Jahre zurück. Der Verband war am 25. August 2007 als Produkt eines Zusammenschlusses gegründet worden. Als Vorstandsmitglied des VSZSO war Giori treibende Kraft hinter dem Neustart, weil er wusste, dass nur gebündelte Kräfte den Zivilschutz hierzulande weiterbringen würden. Giori war seit Gründung des SZSV dessen Vizepräsident und hat in dieser Zeit mit drei Präsidenten und der aktuellen Vorsitzenden, der Aargauer FDP-Nationalrätin Maja Riniker, zusammengearbeitet.
An der GV letzten Donnerstag in Olten hat der 65-Jährige sein Amt abgegeben. Dort also, wo der Verband schon gegründet worden war. Ihn und seine Leistungen zu würdigen, sei fast nicht möglich, sagte die Verbandspräsidentin im Rahmen der Verabschiedung. «Franco ist unser Lexikon, unser Gewissen.» Giori sei ein ebenso hartnäckiger wie auch grosszügiger und liebenswürdiger Mensch, hielt Maja Riniker in ihrer launigen Rede fest. Franco Giori wurde mit grossem Applaus aus dem Plenum und mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des SZSV verabschiedet. Danach ging es an die eigentlichen Feierlichkeiten zum 15-Jahr-Jubiläum: Erst gabs ein Apéro für die GV-Gesellschaft im Klostergarten gleich nebenan, nach dem Essen wurde die Historie des Verbandes in einem kurzweiligen Einspieler aufgerollt. Eindrücklich wurde gezeigt, wie der neue Verband sich Schritt für Schritt zum ernstzunehmenden und ernst genommenen Ansprechpartner in Sachen Zivilschutz im Bereich Bevölkerungsschutz mauserte.
Der Ideengeber
Franco Giori glänzte immer wieder mit Ideen, so lancierte er auf die Generalversammlung 2016 hin einen SZSV-Pin, in Silber als Werbe-Pin und eine Goldvariante für Ehrungen. Als Dank für ihre wichtigen Leistungen während der Pandemie erhielten alle Zivilschützer einen Corona-Pin. Während der ehemalige Verbandspräsident Walter Donzé am Nachmittag den Vorschlag machte, die Stadt Olten könne Giori doch ein Denkmal setzen, wurde der scheidende Vizepräsident hernach hartnäckig von den «Ex-Freundinnen» umgarnt. Während ihrer Musik- und Comedyshow holten sie ihn auf die Bühne und schenkten ihm nebst lasziven Blicken auch einen Grappa und dazu 15 Gläser. Für jedes Jahr SZSV-Geschichte eines.
Zwei Dienstpflichtarten in Prüfung
Bundesrätin und VBS-Chefin Viola Amherd hatte schon am Vormittag die Gelegenheit genutzt, den Zivilschutzangehörigen für ihr grosses Engagement während der Coronapandemie zu danken. Beim grössten und längsten Einsatz in der Geschichte des Zivilschutzes hätten 41000 Zivilschutzdienstpflichtige rund 560000 Diensttage geleistet. «Der Zivilschutz erwies sich als unverzichtbares Instrument zur Bewältigung dieser Pandemie, in den Kantonen und für das ganze Land», sagte Amherd.
Um den Bestand von Armee und Zivilschutz langfristig sicherzustellen, habe der Bundesrat Anfang März dieses Jahres beschlossen, zwei alternative Dienstpflichtarten zu prüfen: eine «Sicherheitsdienstpflicht», in welcher der heutige Zivildienst und Zivilschutz zusammengelegt würden, sowie eine «bedarfsorientierte Dienstpflicht», die dann auch für Schweizerinnen gelte.
Lob vom Stadtpräsidenten
Als einer der Gastredner an der Generalversammlung lobte auch Oltens Stadtpräsident Thomas Marbet die Leistungen des Zivilschutzes und verdankte diese. Gerade in Olten, mit dem Betrieb eines Impfzentrums oder den Unterstützungs-Dienstleistungen in Alters- und Pflegeheimen, habe man deren Schaffen sehr geschätzt. Er bezeichnete die Generalversammlung als «geradezu systemrelevant», die Leistungen aller Zivilschutzangehörigen verdienten laut Marbet «Respekt und grosse Anerkennung».