Mit spitzer Feder

Tanja Baumberger

Was wäre, wenn wir dem Jahr 2026 entgegengehen – diesem futuristisch klingenden Datum – und uns ehrlich fragen, ob wir wirklich fortschrittlich sind oder einfach nur bequem?

Was wäre, wenn unsere Geräte wohl immer mehr können, wir selbst dafür aber Verantwortung tragen.

Was wäre, wenn wir nicht auf dem EBike durch den Alltag schweben würden, sondern wieder selbst in die Pedale träten? Wenn wir zu Fuss unterwegs wären und den Blick nach vorne richteten – statt auf ein leuchtendes Rechteck, das uns pausenlos mit Clips, Meinungen und Ablenkung füttert, auf die unser Gehirn gut verzichten könnte?

Was wäre, wenn unsere Kinder wüssten, wie ein Leimstift funktioniert, wie man eine Schere führt und einen Farbstift hält? Wenn sie nicht mit Bildschirmen ruhiggestellt würden, sondern mit Zeit, Aufmerksamkeit und Nähe begleitet? Neurologisch ist längst klar, was die dauernde Berieselung bewirkt – die wachsende Liste an Diagnosen bestätigt es Jahr für Jahr.

Was wäre, wenn Technik wieder Hilfsmittel wird und kein Ersatz? Wenn Verantwortung nicht reflexartig an andere delegiert würde?

Und was wäre, wenn wir zum Jahresende den Mut hätten, das alles laut zu fragen? Wollen wir wirklich mehr künstlich generiert – oder wieder mehr persönlich, greifbar und menschlich?

Was wäre, wenn «Back to the roots» kein Rückschritt, sondern der vernünftigste Schritt nach vorn wäre?

Vielleicht beginnt Zukunft nicht mit neuen Geräten – sondern mit gesundem Menschenverstand.

In diesem Sinne ein gutes, vernünftiges und gesundes 2026 – mit Musik und Spielfreude.