Ich befasse mich diesmal mit einem mir eher fremden Thema: Traumafolgen, unsichtbare Schäden, über die kaum jemand redet. Das passt auch in die aktuellen Geschehnisse dieser Welt. Ein selbst erfahrenes kleines Schockerlebnis hat mich dazu motiviert.
Traumatisierte leben häufig in einem permanenten Gefahrenmodus, von aussen kaum sichtbar. Schnelle Überreizung, innere Unruhe, Ängste und Anspannung sind Zeichen des emotionalen Chaos. Alles fühlt sich bedrohlich an, der innere sichere Hafen fehlt, von Dritten gesetzte Grenzen wirken gefährlich. Schuld- und Angstgefühle beugen sich der Überanpassung. Die eigene Selbstvorsorge funktioniert nicht mehr und die Bedürfnisse werden zu spät oder gar nicht mehr wahrgenommen.
Das Trauma zwingt die Betroffenen, in einen Überlebensmodus zu fallen, nach aussen wirkt alles sehr diszipliniert, innerlich herrscht reine Erschöpfung. Dinge werden erledigt, automatisiert, aber ohne ein Gefühl von Lebensfreude. Man ist da, aber nicht ganz präsent. Der Blick im Spiegel auf sein Selbstbild ist verzerrt, bei vielen negativ verfärbt. Eigene Leistungen werden von einem selbst abgewertet oder als Zufallsprodukt erlebt. Lob fühlt sich unangenehm und unstimmig an, es passt nicht zum inneren Selbstbild, die Messlatte liegt zu hoch.
Vermutlich hat jeder von uns, in seiner eigenen Geschichte, Traumatisches erfahren. Ein Patentrezept dazu gibt es vermutlich nicht. Man wird die Vergangenheit nicht überschreiben können. Vertrauen, Selbstwert und innere Ruhe können zu neuem Lebensgefühl führen.
