Wenn Samuel Graf und Sandro Ingold von ihrer gemeinsamen Geschichte erzählen, beginnt sie nicht mit Musik und ihrer Band Xellay, sondern mit ihren Familien in Kestenholz. «Unsere Mütter kannten sich sehr gut – und so sind wir von klein auf zusammen aufgewachsen », sagt Sandro Ingold.
Gemeinsam gingen sie zur Schule, verbrachten ihre Freizeit und blieben auch später eng verbunden. Beide leben heute dort, wo alles begann. Die beiden rund 30-Jährigen kennen sich nicht nur lange, sie kennen sich gut. «Wir wissen ziemlich genau, wie der andere tickt», sagt Samuel Graf. Diese Vertrautheit ist bis heute ein Fundament ihrer Zusammenarbeit – und einer der Gründe, weshalb Xellay als Duo funktioniert.
Am Anfang stand das Schlagzeug
Zur Musik fanden beide früh: Mit zehn Jahren begannen sie – damals noch unabhängig voneinander – mit Schlagzeugunterricht. Erst später kreuzten sich ihre musikalischen Wege immer wieder. «Musik war bei uns beiden sehr früh mehr als nur ein Hobby», sagt Ingold. Für Graf gab es einen klaren Moment: «Nach meinem ersten Konzert als kleiner Junge wusste ich, dass ich das in irgendeiner Form weiterverfolgen will.»
Im Laufe der Jahre sammelten beide Erfahrungen in verschiedenen Bands. Eine davon war die gemeinsame Heavy-Metal- Band «City Beyond the Ocean», die sich 2016 dann aber auflöste. Danach verloren sie sich musikalisch nicht aus den Augen. Sie arbeiteten weiter zusammen, schrieben Songs, spielten, probierten aus – ohne konkretes Ziel, ohne Zeitdruck. «Wir haben einfach Musik gemacht», sagt Graf. «Ohne zu wissen, wohin das führt.»
Wenn schon, dann richtig
Vor rund drei Jahren änderte sich das. Aus dem lockeren Zusammenspiel wurde ein gemeinsamer Entschluss. «Wir haben gemerkt: Wenn wir es noch einmal machen, dann richtig», sagt Ingold. «Nicht halbherzig, sondern mit voller Überzeugung. » Damit war der Grundstein für die Gründung der Band Xellay gelegt.
Die Entscheidung für ein Duo fiel bewusst. «Die Musik, die wir schreiben, ist sehr persönlich», erzählt Samuel Graf. «Und wir wollten sie nicht aufteilen oder erklären müssen.» Für beide habe diese Konstellation von Anfang an gestimmt. Erweiterungen standen nie zur Diskussion. «Im Duo hat man nicht so viele Diskussionen und verschiedene Ansichten, die – wie in einer Band mit mehreren Mitgliedern – immer wieder zu grossen Auseinandersetzungen führen können», sind sich die beiden einig.
Auch der Bandname ist Ausdruck dieses gemeinsamen Denkens. Xellay ist ein Kunstwort, entstanden aus der Idee der X- und Y-Achse. «Wenn sich auf der einen Seite etwas verändert, passiert auch auf der anderen etwas», erklärt Graf. «Das passt für uns – nicht nur musikalisch, sondern auch im Leben.»
Ein Mix aus verschiedenen Stilen
Stilistisch lassen sich die beiden nicht schubladisieren. Rock, Pop, Pop-Punk, Folk und elektronische Elemente fliessen ineinander. «Wir sehen uns nicht in einem fixen Genre», sagt Ingold. «Jede Idee darf entstehen, ohne Schublade.» Das Songwriting liegt hauptsächlich bei Graf, der oft bereits ausgearbeitete Entwürfe mitbringt. Diese werden gemeinsam diskutiert, angepasst und im Studio verfeinert.
Texte sind den beiden wichtig
Den Texten kommt dabei grosse Bedeutung zu. «Es ist eine Mischung», sagt Graf. «Persönliche Erlebnisse, aber auch Stimmungen.» Viele Texte seien melancholisch oder nachdenklich, ohne konkret zu werden. «Man soll sich selbst darin wiederfinden können», ergänzt Sandro Ingold. Gearbeitet wird an ruhigen Orten – zu Hause oder dort, wo Platz für Konzentration ist. Geprobt wird regelmässig im Proberaum mitten in Kestenholz. Einmal pro Woche treffen sich die beiden dort, arbeiten intensiv an Songs und Live-Arrangements. Jeder ist für seine Instrumente und seine Gesangsparts verantwortlich. «Das ist klar aufgeteilt», sagt Graf. «So funktioniert es für uns am besten. Für Xellay beginnt aktuell ein neuer Abschnitt. Bereits morgen veröffentlicht das Duo eine akustische Version des Songs «Feelings», die auf allen gängigen Streaming-Plattformen wie Spotify oder Apple Music verfügbar sein wird.
Übermorgen ein Gig bei APA Kulta
An diesem Samstag folgt der nächste Schritt auf die Bühne: ein Liveauftritt im APA Kulta Musikclub in Olten. Gesetzt ist auch bereits ein weiterer Fixpunkt. Am 27. Juni dieses Jahres treten Xellay am Stadtfest Solothurn auf – auf einer deutlich grösseren Bühne. Der Auftritt ist die Folge des Gewinns des dortigen Bandcontests. Parallel dazu arbeiten Graf und Ingold an neuer Musik; im Sommer soll ein weiteres Album erscheinen.
Für zwei Musiker, die seit frühester Kindheit gemeinsam durchs Dorf gehen, ist das ein Schritt in eine grössere Welt. «Wir wissen, woher wir kommen», sagt Ingold. Graf ergänzt: «Genau das nehmen wir mit auf die grösseren Bühnen.»
Alle Infos: www.xellay.com
