Psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen. / Anzeiger Thal Gäu Olten
Viele Jugendliche sprechen mit niemandem über ihre Sorgen und Belastungen.

Hinschauen und darüber reden

Der Kanton Solothurn intensiviert seine Massnahmen zur Stärkung der psychischen Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Er lanciert ein Projekt für Schülerinnen und Schüler zur Früherkennung psychischer Belastungen und unterstützt ein Chat- Angebot mit Gleichaltrigen. Diese Projekte sind Teil des kantonalen Aktionsprogramms zur Gesundheitsförderung 2026–2029.

Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz ist zunehmend unter Druck. Stress, Leistungsdruck und soziale Unsicherheiten nehmen spürbar zu. Rund ein Drittel der 14- bis 19-Jährigen berichtet von psychischen Problemen wie Angst oder Depression. Gleichzeitig sprechen laut Mitteilung der Staatskanzlei von vergangener Woche viele Jugendliche mit niemandem über ihre Sorgen und Belastungen. Umso wichtiger sind eine gezielte Prävention und Früherkennung sowie niederschwellige Unterstützungsangebote.

Belastungen besser erkennen und damit umgehen
Im Rahmen des kantonalen Aktionsprogramms zur Gesundheitsförderung engagiert sich der Kanton Solothurn seit vielen Jahren für die Förderung der psychischen Gesundheit der Bevölkerung. Nun hat der Regierungsrat das Aktionsprogramm für die nächsten vier Jahre verabschiedet. Dieses reagiert auf die steigende psychische Belastung bei jungen Menschen und den Bedarf nach niederschwelligen Unterstützungsangeboten.

Einen neuen Schwerpunkt bildet das Projekt «Schau hin!». Dieses richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II. Das Projekt vermittelt, wie Jugendliche Belastungen wie Stress, Mobbing oder frühe Anzeichen psychischer Erkrankungen erkennen und besser damit umgehen können. Gleichzeitig unterstützt das Programm Lehrpersonen und andere schulische Fachkräfte dabei, Auffälligkeiten früh zu erkennen und mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Der Kanton erweitert zudem sein Unterstützungsangebot für Jugendliche. Er unterstützt neu den «Peer-Chat» von Pro Juventute und bewirbt diesen. Jugendliche können jeden Montag, Dienstag und Donnerstag von 19 bis 22 Uhr anonyme Gespräche mit geschulten Gleichaltrigen und Fachpersonen führen. Der Austausch soll die Hemmschwelle senken, frühzeitig Hilfe zu suchen.

Mehr als vierzig Massnahmen
Neben der psychischen Gesundheit engagiert sich der Kanton mit dem Aktionsprogramm auch für eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung der Solothurner Bevölkerung. Es enthält über 40 Massnahmen für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ältere Menschen. Damit diese ineinandergreifen, koordiniert das Gesundheitsamt zwischen Ämtern, Schulen, Fachstellen und Gemeinden. Das Programm wird mit zweckgebundenen Mitteln von Gesundheitsförderung Schweiz finanziert.

Peer-Chat von Pro Juventute: www.147.ch/de/beratung/peer-chat/

Text: ANZ & Bild: ZVG