Unter seiner Führung wurde der Umbau vom reinen Gasversorger zu einem modernen Energiebetrieb erfolgreich gestartet, nun ist Rolf Büttiker als Verwaltungsratspräsident der So-Energie zurückgetreten. An seiner letzten Generalversammlung in Egerkingen wagte er einen energiepolitischen Exkurs und skizzierte die Zukunft des Unternehmens.
Rolf Büttiker sei So-Energie und diese wiederum sei ein Teil von Büttiker. So wurde dessen langjähriges Schaffen im aktuellen Jahresbericht der So-Energie gewürdigt, denn der 75-jährige Wolfwiler trat Ende März als Verwaltungsratspräsident der Gäuer Energielieferantin zurück. Für sein 26-jähriges Engagement für die So-Energie AG als Mitglied des Verwaltungsrates und während der letzten 16 Jahre als Präsident wurde er von der Versammlung zum Ehrenpräsidenten ernannt. Unter der Führung des ehemaligen Ständerates wurden alle Gemeinden im Gäu, die Gemeinde Balsthal sowie die Hauptgemeinden im ehemaligen Bipperamt mit Erdgas erschlossen, was wesentlich zum Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum der Region beitrug. Für Büttiker stand immer eine bezahlbare und sichere Energieversorgung im Vordergrund – was in Zeiten von Energiekrisen wie etwa 2022 mitnichten eine einfache Aufgabe war.
Bereits vor 15 Jahren wurden eigene Photovoltaik-Anlagen in Betrieb genommen, es wurde an Pilotprojekten für die Herstellung von Wasserstoff, an Kleinstbiogasanlagen oder an der Idee der Geothermie-Nutzung gearbeitet. Entstanden, so hält der Jahresbericht weiter fest, sind Lösungen wie die Versorgung der So-Energie-Heizkunden mit 20 Prozent Biogas ohne Preisaufschlag, der Bau und Betrieb von Wärmeverbünden auf Basis von Grundwassernutzung und Holzschnitzel.
Photovoltaik entlang der A1
Rolf Büttiker sprach in seinem letzten Grundsatzreferat von einer «langen, schönen und erfolgreichen Zeit». Er zeigte anhand konkreter Beispiele aktueller Energiethemen auf, was die Branche heute und morgen umtreibe – auch wenn er kein «Energiepapst» sei, wie er sagte. «Der Umbau der So-Energie vom reinen Gasversorger zu einer modernen und erfolgreichen Energielieferantin ist gestartet», unterstrich der scheidende Präsident. Dies geschah unter anderem mit einer Vergrösserung des Biogasanteils und der Realisierung des Fernwärmeverbundes Egerkingen. Nicht zuletzt wird die So-Energie künftig durch den Bau von PV-Anlagen auf den Lärmschutzwänden entlang der Autobahn A1 eine regional bedeutende Stromproduzentin. Die Realisierung dieses Vorhabens gemeinsam mit Bürger- und Einwohnergemeinde Oensingen ist laut Büttiker in Planung. Parallel dazu wurden entlang des Einzugsgebiets der So-Energie AG die neuen Lärmschutzwände im Rahmen des Sechsspurausbaus der A1 bezüglich ihrer Eignung für den Bau weiterer Photovoltaikanlagen geprüft. Erste Gespräche mit den Gemeinden Oberbuchsiten und Niederbuchsiten haben stattgefunden.
Sein Dank ging an Johanna Bartholdi, die ebenfalls aus dem Verwaltungsrat ausschied. Die bisherigen Mitglieder wurden von den 72 anwesenden Aktionärinnen und Aktionären allesamt wiedergewählt. Büttikers Nachfolger ist alt Regierungsrat Roland Fürst. Der Gunzger, der mit Applaus gewählt wurde, passe mit seiner Erfahrung und als Präsident der Elektra Untergäu bestens zur So-Energie, sagte Büttiker. Fürst übernimmt ein gesundes Unternehmen: Der Gewinn stieg 2025 von knapp zwei Mio. Franken im Vorjahr auf rund 2,6 Mio. Franken. Die Gasbezüger erhielten eine Rückvergütung von total 160’000 Franken.

