Es war einmal ein Huhn. Das lebte in einem kleinen Käfig mit anderen Hühnern. Der Käfig war Teil einer grossen Hühnerfarm in einem französischen Naturpark. Das Huhn war klein und mager. Wäre es ein bisschen dicker gewesen, wäre es vielleicht nicht durch die Lücke gestürzt und drei Meter tiefer im Mistgraben steckengeblieben. Doch genau da stand es nun, ein Bein tief in Exkrementen vergraben. Das andere angezogen, vielleicht in der Hoffnung, sich doch noch retten zu können. Niemand sah das Huhn.
Es war einmal ein Schwein. Das teilte seinen Stall mit vielen Artgenossen. Der Boden war kalt, karg, kahl. Die Spalten darin so gross wie die Not. Schubsen und sich schubsen lassen, um das Futter kämpfen; das bestimmte den Schweinealltag. Sauwohl war es hier wohl keinem.
Es war einmal ein Mensch. Der lebte in einer grossen Stadt. Den Tag verbrachte er in einem Park, die Nacht im Eingang eines Schmuckgeschäfts. Er hatte viel Platz, doch keinen in der Gesellschaft.
Es war einmal ein Krieg. Der sollte nur kurz dauern und hörte doch nicht auf. Mächtige Menschen mit grossen Köpfen wechselten grosse Worte. Die Menschen im Krieg blieben ungesehen.
Es war einmal ein Buckelwal. Der hatte sich verirrt. Dabei wurde er begleitet von vielen Menschen. Er wurde erkoren zum «Symbol für den Zustand der Meere». Er bekam einen eigenen Live-stream, einen eigenen Wikipedia-Eintrag, ein eigenes Rettungskonzept samt eigenem Rettungskomitee.
Martina Flück wünscht Timmy alles Gute. Und allen Wesen dieser Welt. Und hält es noch immer mit dem berühmten Radiopolizisten: «Die Welt ist aus den Fugen.»
