EHCO
Der EHC Olten kämpft nicht nur auf dem Eis, sondern auch mit strukturellem Defizit.

Der finanzielle Druck bleibt bestehen

Die EHC Olten AG vermeldet einen deutlichen Verlust, aber auch positive Tendenzen

Die EHC Olten AG hat an ihrer 27. Generalversammlung auf ein anspruchsvolles Geschäftsjahr zurückgeblickt. Während sich auf der Einnahmeseite ein Aufwärtstrend zeigt, bleibt das strukturelle Defizit eine grosse Herausforderung. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurden Michel Ulrich und Florian Schmuckli.

Komplizierte Regular Season, positive Playoffs und ein deutliches Defizit: Der EHC Olten hat an der 27. ordentlichen Generalversammlung, die vergangene Woche in der Helvetia Lounge im Stadion Kleinholz stattfand, Bilanz zum Geschäftsjahr 2025/26 gezogen, wie der Verein mitgeteilt hat. Der EHCO ist weiterhin mit einem strukturellen Defizit konfrontiert: Der Verlust beträgt 874’205 Franken und fällt damit praktisch gleich aus wie im Vorjahr. Gleichzeitig sei auf der Einnahmeseite eine positive Entwicklung erkennbar, wie der Verwaltungsrat gegenüber den Aktionärinnen und Aktionären ausführte.

So konnten die Sponsoringeinnahmen nach Jahren des kontinuierlichen Rückgangs gegenüber der Vorsaison erstmals wieder gesteigert werden, «wenn auch noch nicht im angestrebten Mass», wie es weiter heisst. Die Einnahmen aus dem Ticketing lagen ebenfalls leicht über dem Vorjahr, obwohl der EHCO trotz des Erreichens des Playoff-Halbfinals lediglich vier Playoff-Heimspiele austragen konnte. Dagegen verharrten die Einkünfte aus der zentralen Vermarktung der Liga auf sehr tiefem Niveau.

Dem leichten Plus auf Ertragsseite standen Investitionen gegenüber, die der Club entlang der Strategie 2030 gezielt getätigt hat, um die Basis für die Weiterentwicklung und zusätzliche Einnahmen zu legen. Zudem lagen die Personalkosten über Budget. Ausschlaggebend dafür seien unter anderem noch laufende Verpflichtungen aus einem Trainervertrag sowie vorübergehend höhere Kosten in der Administration im Zusammenhang mit dem CEO-Wechsel gewesen.

Stabilisierung der Finanzen im Fokus
Dank der kürzlich erfolgreich abgeschlossenen Aktienkapitalerhöhung ist der Betrieb der EHC Olten AG finanziell sichergestellt. Das zentrale Ziel der Strategie 2030 bleibe aber unverändert, den Club auf eine nachhaltig stabile finanzielle Basis zu stellen, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Dem VR sei bewusst, dass die getroffenen Massnahmen und getätigten Investitionen Zeit benötigetn, bis sie ihre volle Wirkung auf der Einnahmeseite entfalten – das habe sich auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr gezeigt.

Gleichzeitig ist für das laufende Geschäftsjahr entscheidend, dass die positive Entwicklung auf der Einnahmeseite an Dynamik gewinnt. «Die finanzielle Situation bleibt herausfordernd, wir müssen das strukturelle Defizit in den nächsten Jahren zwingend reduzieren», sagte VR-Präsident Marc Thommen vor den Aktionärinnen und Aktionären. Dass die eingeleiteten Massnahmen erste Wirkung zeigten, stimme das Gremium zuversichtlich. «Darauf gilt es aufzubauen.»

Der Verwaltungsrat verfolgt den aktuellen Geschäftsverlauf deshalb eng und wird bei Bedarf weitere Massnahmen ergreifen. Das verabschiedete Budget 2026/27 bewegt sich bei knapp 5 Millionen Franken und sieht weiterhin ein negatives Jahresergebnis vor.

Zwei Neue im Verwaltungsrat
Im Verwaltungsrat wurden die vier bisherigen Mitglieder – Präsident Marc Thommen, Vizepräsident Rolf Riechsteiner sowie Pierre Hagmann und Markus Spielmann – für ein weiteres Jahr im Amt bestätigt. Gleichzeitig wählte die GV Michel Ulrich und Florian Schmuckli neu in das Gremium. Beide sind dem EHC Olten seit Jahren eng verbunden und ergänzen den Verwaltungsrat mit ihrer beruflichen und fachlichen Erfahrung.

Florian Schmuckli (33) war bis 2025 Spieler und Captain des EHCO. Er übernimmt im VR das Ressort Sport und ersetzt damit Thomas Roost, der Anfang Jahr aus dem Gremium ausgetreten war. Michel Ulrich (51) ist Unternehmer und Verwaltungsratspräsident der Agro-Import AG in Härkingen. Zudem gehört er dem Vorstand der EHCO-Donatorenvereinigung Icebreaker an. Im Verwaltungsrat übernimmt er das Ressort Partnerbetreuung.

Text: MGT, ANZ & Bild: ZVG