Zeitenwende bei der Sogas

Die diesjährige Generalversammlung der Sogas AG stand ganz im Zeichen eines Generationenwechsels im Verwaltungsrat. Verwaltungsratspräsident Rolf Büttiker sprach sogar von einer Zeitenwende, das Unternehmen steht nämlich auch vor einer Neuausrichtung.

In den vergangenen 35 Jahren seit ihrer Gründung hat die Sogas AG mit Sitz in Oensingen den Gasabsatz von 0,5 Mio. kWh auf 138,7 Mio. kWh steigern können. Das Unternehmen betreut heute 747 Kundinnen und Kunden. Vertreten ist die Sogas AG in der Amtei Thal-Gäu sowie im angrenzenden bernischen Bipperamt. Die Aktien sind wie folgt verteilt: 47 Prozent Industrie und Gewerbe, 30 Prozent Gemeinden und Stiftungen, 23 Prozent Privatpersonen.

An der diesjährigen Generalversammlung im Bienkensaal in Oensingen herrschte trotz angespannter Lage im Gasgeschäft als Folge des Ukraine-Krieges eine gute Stimmung. Die Führung des Unternehmens, namentlich Verwaltungsratspräsident Rolf Büttiker und Geschäftsführer Rolf Riechsteiner, gaben sich ungeachtet der erschwerten Marktsituation betont optimistisch. Nicht ohne Grund, denn der Jahresabschluss 2021 zeitigte einen Jahresgewinn von netto rund 1,7 Mio. Franken, was die Ausschüttung einer Dividende von 12 Prozent ermöglichte. Darüber freuten sich natürlich auch die Aktionäre.

Versorgung gesichert
Mit Genugtuung konnte die Versammlung auch zur Kenntnis nehmen, dass es in Zusammenarbeit mit Partnern, vor allem mit den Städtischen Betrieben Olten (sbo), gelungen sei, die Versorgung der eigenen Gaskunden auf absehbare Zeit zu sichern. So hat die Sogas vorsorglich in Frankreich für gegen vier Mio. Franken Gas eingekauft. Das fehlende Gas aus Russland werde mit Flüssiggas aus Nordafrika ersetzt. Ein Wermutstropfen bilden allerdings die gestiegenen Preise, die aber nicht nur das Gas, sondern alle Energieträger beträfen, betonte Rolf Büttiker. Die jetzige Situation im Energiebereich generell erfordere mehr Eigenverantwortung, auch von den Endkunden, unterstrich Rolf Riechsteiner. Während es bisher gang und gäbe gewesen sei, dass man mit den Kunden im Nachhinein, also nach dem Gasbezug, abgerechnet habe, erfolge dies nun im Voraus. Die Sogas will auch weiterhin ausschliesslich für ihre eigenen Kunden sorgen und keinen weiterführenden Handel mit Gas betreiben.

Ausbau von Biogas
Die selbstgestellte Frage, ob Gas noch eine Zukunft habe, beantwortete Rolf Büttiker mit einem klaren Ja. Für eine gesicherte Energieversorgung brauche es nämlich verschiedene Energieträger, auch Gas. Doch: «Die Lösung heisst Dekarbonisierung: Das Gas muss klimaneutral werden.» Immerhin betrage bei der Sogas der Biogasanteil im Heiz-Bereich bereits 20 Prozent. Beim Ersatz von Erdgas durch «grünes Gas» sei auch auf synthetisch hergestelltes Methan zu setzen. Dabei spiele auch Wasserstoff eine gewichtige Rolle. So könne es in Zukunft eine Option sein, Solarstrom aus dem Süden und Windstrom aus dem Norden in Wasserstoff oder flüssiges Methan umzuwandeln und später in ein Gasnetz einzuspeisen. Auf jeden Fall werde die Sogas alles unternehmen, um eine vollständige Dekarbonisierung bis spätestens 2050 als Zielsetzung der Schweizer Gasversorgung zu erreichen. Entsprechend sei die Zukunftsstrategie der Sogas auf einen Ausbau von Biogas und Contracting (Unterstützung bei der Modernisierung von Heizanlagen) sowie auf Investitionen in Wasserstoff ausgerichtet.

In einem kurzen Referat bekräftigte der Gemeindepräsident von Matzendorf, Marcel Allemann, die Notwendigkeit nachhaltiger Lösungen, wie sie auch seine Arbeitgeberin, die Bell Food Group, bei der er als Verkaufsleiter tätig ist, anstrebe. Allemann zollte den Verantwortlichen der Sogas AG Lob und Anerkennung für deren auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Bestreben.

Neue Köpfe
Bei den Wahlgeschäften musste die Versammlung von vier Demissionen im zehnköpfigen Verwaltungsrat Kenntnis nehmen: Gründungsmitglied Paul von Däniken (Verwaltungsrat seit 1987), Reinhold Dörfliger (Verwaltungsrat seit 1998), Roland Studer (Verwaltungsrat seit 1998) und Ernst Zingg (Verwaltungsrat seit 2012). Ersetzt werden sie durch Sandra Eustache-von Däniken (Tochter von Paul von Däniken), Reinhold Gustav Dörfliger (Sohn von Reinhold Dörfliger) und Daniel Probst (Verwaltungsratspräsident der sbo und der Aare Energie AG). Letzterer werde wie Ernst Zingg für ein gutes Einvernehmen mit den Oltner Partnern sorgen, stellte Rolf Büttiker fest. Und als Direktor der Solothurner Handelskammer sei Daniel Probst mit Sogas-Geschäftsführer Rolf Riechsteiner als Handelskammer-Präsident bestens verzahnt. Zum vakanten Verwaltungsratssitz erklärte Büttiker, für diesen werde nach einer Persönlichkeit für seine Nachfolge Ausschau gehalten.

Die neuen Verwaltungsratsmitglieder wurden wie die bisherigen – Rolf Büttiker (Präsident), Johanna Bartholdi, Kuno Eberhard, Peter Haudenschild, Andreas Iseli und Guido Schenker – einstimmig gewählt. Ebenso die Geschäftsleitung mit Rolf Riechsteiner (Geschäftsleiter), Mark Schürmann (Finanzen) und Roger Kaufmann (Technischer Berater)