Bereits zum 83. Mal erscheinen die «Oltner Neujahrsblätter». Wieder haben die Macherinnen und Macher der Publikation einen vielfältigen Themenmix rund um die Stadt Olten auf mehr als hundert Seiten zusammengestellt: Geschichten aus der Vergangenheit und Portraits der Gegenwart.
Es ist eine Erfolgsgeschichte: Was 1943 mit einer Auflage von 200 Stück startete, ist heute – mit einer Auflage von 11000 Exemplaren – eine wichtige, jährliche Publikation geworden. Mit den Neujahrsblättern wird die Geschichte der Stadt dokumentiert, mit Veränderungen und der Entwicklung über Jahrzehnte. Die Vergangenheit und die Gegenwart wird festgehalten für Oltnerinnen, Oltner und alle Olten-Zugewandten. Über die Jahre ist ein ausführliches Portrait über die Stadt, ihre Industrie und ihre Bevölkerung entstanden.
Die Themenvielfalt ist auch in diesem Jahr gross. Ein kleiner Wermutstropfen: zwei gut gelesene Rubriken fehlen in dieser Ausgabe. Die runden Geburtstage ab 75 Jahren sowie die Todesfälle der Stadt Olten sind nicht mehr enthalten. Grund für das Fehlen ist der Datenschutz. Da es sich um personenbezogene Daten handelt, dürfen sie ohne Zustimmung der Betroffenen oder deren Nachkommen nicht veröffentlicht werden.
Der Vater und Mörder
In Archiven lauern viele bewegende Geschichten. Der Beitrag «Der Vater und Mörder» berichtet über einen solchen Archivfund. Auf der Suche nach den leiblichen Eltern stösst eine als Baby adoptierte Frau auf den Namen ihrer Mutter. Diese hat die aussereheliche Tochter nach der Geburt sogleich zur Adoption freigegeben. Der Vater der Tochter ist bekannt, er hat die Vaterschaft anerkannt, und wurde später als Mörder verurteilt. Diese Geschichte hat sich nicht exakt wie beschrieben ereignet, und die Namen wurden geändert, so dass keine Rückschlüsse auf die realen Personen möglich sind. Der Leser ahnt warum: Datenschutz …

Das Schöngrundquartier
Auf sieben Seiten wird die Geschichte des Schöngrundquartiers beschrieben. Im Jahre 1911 legte ein Ideenwettbewerb den Grundstein für die Planung für die Überbauung des Quartiers fest. Wegen der boomenden Eisenbahn wurde in dieser Zeit Wohnraum für Eisenbahner und Arbeiter aus den Werkstätten benötigt. Beim Bau der Häuser wurde auch auf bescheidenen Luxus verzichtet. So reichte auch ein kleineres Gehalt, um sich ein Haus zu leisten. Kein Luxus bedeutete, dass das Trinkwasser am gemeinsamen Sodbrunnen geholt werden musste. Eine Stromversorgung gab es nicht, man behalf sich mit Petrollampen und Kerzen.
Dr. Maria Felchlin, eine vielseitige Zeitgenossin
Ein Kapitel ist Maria Felchlin gewidmet, der Vorkämpferin für das Frauenstimmrecht. Die erste praktizierende Ärztin des Kantons Solothurn war auch eine talentierte Pistolenschützin, Sammlerin von Matzendörfer Keramik, Gründerin der Freisinnigen Frauengruppe Olten und vieles mehr. Und sie war von 1943 bis 1979 in der Redaktion der «Oltner Neujahresblätter ».
Die Neujahresblätter wurden Anfang dieser Woche der Post zur Verteilung an die Oltner Haushalte übergeben. Um die Kosten zu decken, bitten die Macher um einen Beitrag. Wer die Neujahrsblätter nicht möchte, wird gebeten, sie zurückzuschicken oder beim Stadthaus in den Briefkasten zu legen.
Wie immer gilt auch: Weitere Exemplare können bei den Oltner Buchhandlungen Schreiber und Klosterplatz bezogen werden.
