Café Kirchplatz
Das Café auf dem Kirchplatz lädt auch zu Spiel und Spass ein.

Raum für wertvolle Begegnungen

Reformierte Kirchgemeinde Region Olten lädt zum Café auf dem Wangner Kirchplatz ein

Ein Ort der Begegnung auf dem Kirchplatz in Wangen bei Olten: Jeden Sommer lädt die Reformierte Kirchgemeinde mit ihrem Café zu Spiel, Spass und gemütlichem Beisammensein ein.

Die Sonne brennt an diesem Nachmittag von einem fast wolkenlosen Himmel, die Temperatur ist auf 32 Grad geklettert. Im Schatten einer Linde sitzen zwei Handvoll Erwachsene, daneben rutschen Kinder in Plastikschalen eine Rollenbahn hinunter. Derweil stehen die Fahrzeuge – von Bobbycars über Traktoren bis zu Trottinetten – verwaist im gleissenden Sonnenlicht. Mit ihnen herumzukurven, ist zu schweisstreibend. Selbst auf der Hüpfburg herrscht kein Gedränge, die Kinder halten die in der Kunststoffverkleidung gestaute Hitze nicht lange aus.

Es läuft alles etwas gemächlicher am Café auf dem Kirchplatz in Wangen bei Olten. Zum 11. Mal hat der Kirchenkreis Untergäu der Reformierten Kirchgemeinde Region Olten in der Woche vom 6. bis 10. Juli während fünf Nachmittagen im Sommer zu Spiel, Spass und Beisammensein geladen. «Wir wollen mit dem Café einen Ort für Begegnungen schaffen», sagt Nicole Stuber, die seit einigen Jahren die Leitung der Organisation innehat. «Die Leute sollen die Kirche von einer anderen Seite kennenlernen und merken, dass sie nicht nur aus dem Gottesdienst am Sonntagmorgen besteht.»

Wie Bekanntschaften entstehen
25 Helferinnen und Helfer unterstützen Nicole Stuber in dem Vorhaben. Sie bauen die Bahnen und Spielgeräte auf, richten die Sitzbänke und das Zelt her, backen Kuchen, organisieren Getränke – und sorgen während fünfmal dreieinhalb Stunden für einen reibungslosen Betrieb des Cafés auf dem Kirchplatz. Sie windet ihnen ein Kränzchen: «Wir sind dankbar, dass die Freiwilligen jedes Jahr wieder mit anpacken. Ohne ihre Unterstützung könnten wir den Anlass nicht stemmen.»

Ein Anlass, der nach ihren Angaben pro Tag zwischen 40 und 50 Personen vom Kleinkind bis zur Rentnerin auf den Kirchplatz lockt. Dabei entwickelten sich spannende Gespräche, erläutert Andreas Schindelholz, der als Sozialdiakon des Kirchenkreises Untergäu mit den Leuten über Gott und die Welt redet. Nicole Stuber ergänzt, dass immer wieder neue Bekanntschaften entstünden. Sie erzählt von zwei aus Ungarn stammenden Familien, die sich per Zufall getroffen hätten und in Kontakt bleiben würden.

Gehäkeltes als Geschenk
Mit von der Partie ist auch Gerry Schüpbach. Sie verkauft an ihrem Stand allerlei Gehäkeltes, den Erlös überlässt sie dem Förderverein des Kirchenkreises, der Projekte in der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit unterstützt. Es sei spannend zu sehen, dass Kinder oft Mohnblumen mit gehäkelten Blütenblättern kaufen wollten, berichtet die Rentnerin. Für wenige Franken können sie ihrer Mutter, Tante oder Grossmutter ein herziges Geschenk dafür machen, dass sie als Begleitperson ans Café auf dem Kirchplatz mitkommt – trotz brütender Hitze.

Text: ANZ & Bild: ZVG