Wie oft der neue Cornichon-Preisträger Jess Jochimsen schon in Olten aufgetreten ist, weiss er auch nicht genau. Nur, dass es sehr oft war. Und das in unterschiedlichen Formationen und Formaten. Als Solo-Kabarettist, zusammen im Duo, als Teil des «Bundesordner»-Ensembles und auch als Moderator oder an Poetry Slams stand er schon auf diversen Oltner Bühnen: vom Vario über die Schützi bis zum Stadttheater. Und vor allem immer wieder im Theaterstudio.
Sein allererster Auftritt in der Schweiz fand in eben jenem Theaterstudio statt. Entdeckt hat ihn das Team an einem Auftritt im süddeutschen Raum. Mit dabei war Mike Müller, der seinerseits 2022 das Cornichon erhielt. Sie holten Jess Jochimsen mit seinem Programm «Die Entkernung des Pudels» im September 1998 nach Olten.
Der Schweizer Kabarett-Preis ist für ihn Anerkennung und Lob. Er fühlt sich geehrt, in die schöne Reihenfolge der bisherigen Preisträger zu stossen. Und Jochimsen freut sich wahnsinnig, auch weil der Preis von Leuten vergeben wurde, die ihn schon seit Jahren kennen.
Im letzten Jahr moderierte er die Preisverleihung des Cornichons an Sarah Hackenberg. Hat er damit gerechnet, ein Jahr später wieder auf der Bühne zu stehen, diesmal als Preisträger? «Nein», sagt er lachend, «im Gegenteil: Ich dachte, wer so eine Preisverleihung moderiert, bekommt den Preis sicher nie!»
Was hält der Preisträger von Olten? «Der erste Eindruck war etwas verstörend, das Theater lag damals noch am alten Standort, mitten am längsten Strassenstrich der Schweiz», erzählt er im Gespräch mit dem Anzeiger. Heute mag er die Stadt: es hat gute Leute, gute Beizen und ein schönes Schwimmbad «…und mit dem IPFO ein interessantes Fotomuseum», ergänzt der leidenschaftliche Fotograf. Seit Jahren gehört eine Dia-Show mit skurrilen Ansichten zu seinen Programmen.
Für Leute, die Olten als «Schweizer Bielefeld » schlechtmachen, hat er einen Tipp: «Einfach mal aussteigen und die Stadt ansehen…»
