Was 1986 begann, findet mit der morgigen Vernissage der 9. Hägendörfer Jahrringe aus der Feder von Hans Sigrist eine neuerliche, würdige Fortsetzung. Seine Publikationen und die mittlerweile mehr als 1500 digital archivierten historischen Fotos sind längst ein unschätzbarer Fundus für die Ortsgeschichtsschreibung.
Seit 150 Jahren ist Hägendorf an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Für Hans Sigrist war der Umbau des Bahnhofs Auslöser, über dessen Geschichte zu recherchieren und sie zu einem Schwerpunktthema seiner aktuellen, der 9. Hägendörfer Jahrringe, zu machen. «Es ist bemerkenswert, wie stark diese Bahnstation die Entwicklung unseres Dorfes beeinflusst hat», sagt er.


Ab morgen Abend ist es nun also erhältlich, sein neues Werk. Auf satten 187 Seiten, illustriert mit 170 Bildern, dazu versehen mit reichlich Plänen, Grafiken und Tabellen und mit Beiträgen dreier Autoren. Vier Jahrzehnte ist es her, als die Premieren-Nummer aus der Feder des früheren Sekundarschullehrers und Bürgerammans erschien. Seither ist es Hans Sigrist so ungefähr alle fünf Jahre gelungen, einen neuen Band zu realisieren.Mit Themen, wie er lächelnd sagt, über die er jeweils «irgendwie stolpere». Wie jede Ausgabe enthält auch diese Nummer ein Künstlerporträt, das diesmal Bildhauer Walter Rupp gewidmet ist, sowie einen Beitrag zum Thema «Veränderungen im Dorfbild». Da sind aber auch Beiträge zu lesen über das Dorforiginal Carlo Pestoni oder über Heinrich Merz, der im Sonderbundskrieg fiel. Und noch so vieles mehr.

Hägendorfs Geschichte nicht nur bewahren, sondern auch verstehen
Die einzelnen Beiträge würden sich zu einem lebendigen Bild zusammenfügen, schreibt Karola Dirlam in ihrem stimmigen Geleitwort zum Buch. Zu einem Baum, dessen Ringe von der Vergangenheit erzählten. Die Hägendörfer Jahrringe seien ein Geschenk an uns alle – eine Einladung, innezuhalten, zu erinnern und zugleich weiterzuwachsen. Die 9. Ausgabe möge ihren Teil dazu beitragen, so Dirlam, dass die Leserinnen und Leser die Geschichte von Hägendorf nicht nur bewahren, sondern auch verstehen würden. «Denn wie die Jahresringe eines Baumes sind auch die Geschichten Hägendorfs Teil eines grossen Ganzen: Sie machen sichtbar, wer wir sind, und sie weisen uns den Weg, wohin wir gehen können», schreibt die Hägendörferin.
Zwei seiner Beiträge erscheinen auch im Jahrbuch
Der Herausgeber und Autor betont, sein digitales Archiv historischer Fotos sei über die Jahre auf mehr als 1500 Bilder angewachsen. Dies sei «ein unschätzbarer Fundus für die Ortsgeschichtsschreibung » – zu verdanken allein den Hägendörferinnen und Hägendörfern, die ihm ihre alten Fotos und Ansichtskarten zum Einscannen zur Verfügung gestellt hätten – immer im Vertrauen, dass sie ihr Eigentum jeweils zurückerhalten. Hans Sigrist steht für Genauigkeit und dafür, einer fundierten Geschichtsschreibung gerecht zu werden. Dieses Gütesiegel für sein Schaffen zeigt sich auch darin, dass zwei Beiträge aus dem aktuellen Band im Jahrbuch solothurnischer Geschichte 2025 publiziert werden.
Keine Frage, auch wenn er betont, er gehöre zu den «Ü80ern»: Die Herausgabe eines zehnten Heftes, an dem er bestimmt schon arbeitet, ist das Ziel.

Vernissage findet am Freitagabend statt
Die feierliche Vernissage der Hägendörfer Jahrringe 2026 findet morgen Freitagabend um 18 Uhr in der Raiffeisenarena Hägendorf statt. Die Publikation ist für die Bevölkerung an der Vernissage sowie ab Montag, 30. März, auf der Gemeindekanzlei kostenlos erhältlich. Sämtliche bisher erschienenen Ausgaben der Hägendörfer Jahrringe sind neuerdings auch auf e-periodica.ch abrufbar. Im Anschluss an die morgige Vernissage lädt die Einwohnergemeinde im Foyer zum Apéro ein.
