So präsentiert sich die Schule heute. Am 11. Juni finden die Feierlichkeiten zum 50-Jahr-Jubiläum der Bildungsstätte statt.
So präsentiert sich die Schule heute. Am 11. Juni finden die Feierlichkeiten zum 50-Jahr-Jubiläum der Bildungsstätte statt.

Pestalozzi soll nie vergessen gehen

Die Kreisschule Bechburg in Oensingen feiert nächste Woche ihr 50-jähriges Bestehen

Die Festschrift zur Einweihung des Kreisschulhauses Bechburg vom 26. Juni 1976 bietet erhellende Einblicke in die Planung und den Bau des Schulhauses. Ab Ende der 50er-Jahre herrschte eine Verknappung an Schulräumlichkeiten in Oensingen. Am 11. Juni nun wird das halbe Jahrhundert auf dem Schulareal gefeiert.

Nach eingehender Prüfung verschiedener möglicher Standorte und einer Volksabstimmung stand 1970 der Entscheid fest: Das Schulhaus sollte auf das gemeindeeigene Land zwischen der Dünnern und der Jurastrasse kommen. Nach zweijähriger Bauzeit konnte der Neubau im Sommer 1976 bezogen werden. Hugo von Arx unterrichtete seit 1972 an der Sekundarschule Oensingen und hat die Einweihung persönlich miterlebt. Er drehte damals einen Super-8-Film, welcher am Jubiläumsfest zu sehen sein wird. In diesem Film wird auch das Geheimnis um den ersten Spatenstich am 4. März 1974 gelüftet, welcher in Tat und Wahrheit nicht mit einem gewöhnlichen Spaten, sondern mit einem Trax vollbracht wurde. Von Arx kommentiert diesen Moment lakonisch als «ersten Trax-Schaufel-Stich». Filmisch werden die Bauarbeiten begleitet und auch die Zügelaktion vom alten Schulhaus in das fertig gestellte Schulgebäude wird gezeigt. Dabei sind bunt gekleidete Schülerinnen und Schüler zu sehen, welche gut gelaunt Holzharassen voller Schulmaterial tragen. Besonders eindrücklich ist die Szene, in der anlässlich des Einweihungsfestes die Kestenholzer Kinder in einem grossen Umzug über das Gäu marschieren, um schliesslich von den Oensingern feierlich empfangen zu werden.

Langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erinnern sich
Hugo von Arx hat bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2002 an der Schule gearbeitet. Der 87-Jährige erinnert sich gerne an den ersten Präsidenten des Zweckverbandes Kreisschule Bechburg, Arnold Binkert, zurück, der mit seiner umsichtigen Art und seinem grossen Engagement viel zur Gründung der Kreisschule und zum Bau des Schulhauses beigetragen hatte. Von Arx erwähnt den schrecklichen Schulhausbrand im Jahr 1981, der absichtlich gelegt worden war und sein damaliges Schulzimmer stark in Mitleidenschaft zog. Er wünscht der Schule, dass Pestalozzis Leitsatz «Mit Herz, Kopf und Hand» nie in Vergessenheit gerate, besonders angesichts der zunehmenden Digitalisierung des Unterrichts.

Die versammelte Lehrerschaft im Eröffnungsjahr 1976/77.

Silvia Wiemann hat vor ihrer Pension über 30 Jahre lang das Sekretariat der Kreisschule betreut und zuvor als Schülerin den Einzug in das neue Schulhaus selbst erlebt. Ein Ereignis übrigens, das ihr besonders in Erinnerung blieb. Es sei sehr heiss gewesen damals bei der Einweihung, erzählt sie. Viele Schülerinnen und Schüler hätten während des dazugehörigen Sporttags einen Hitzschlag erlitten, anschliessend gab es Hitzeferien. Silvia Wiemann hat während ihrer jahrzehntelangen Arbeit an der Schule viele Veränderungen erlebt. Das Bildungswesen hat sich mehrmals gewandelt, vor allem durch immer stärker werdende kantonale Vorgaben wurde die Autonomie der Schulträger eingeschränkt. In den 90er-Jahren hatten die Lehrpersonen viel mehr Raum für die freie Gestaltung der Fächer.

Von der Wandtafel zum Smartboard
Martha Uhlmann unterrichtet seit 1991 an der Kreisschule Bechburg. Damals war das Kollegium noch sehr männlich geprägt. Es sei kaum ein Jahr vergangen, in dem es keine baulichen Veränderungen oder Renovationen gegeben habe, erinnert sie sich. Augenfälliges wie die Fassade des Schulhauses, die ursprünglich orangerot war, aber auch etliche technische Erneuerungen wie der Wechsel von den Wandtafeln auf die heutigen Smartboards. Interessanterweise sind die Garderoben im Eingangsbereich immer noch im Originalzustand belassen. Martha Uhlmann bedauert es, dass musische und handwerkliche Fächer in den letzten Jahren mehr und mehr aus dem Stundenplan verschwinden. Sie würde es begrüssen, wenn es mehr Durchlässigkeit zwischen den Niveaus Sek A und B gäbe.

Aktuell besuchen 217 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I aus Kestenholz und Oensingen die Sekundarschule B oder die Sekundarschule E. 36 Lehrpersonen unterrichten nach den Grundsätzen einer Geleiteten Schule nach Lehrplan 21, in der neben dem Lernen auch das Lachen seinen Platz haben darf.

Ein unterhaltsames Jubiläumsfest
Das Fest wird am Donnerstag, 11. Juni, von 17 bis 22 Uhr auf dem Schulgelände stattfinden. Es wurde von einem eigens ins Leben gerufenen OK und vom Schülerrat organisiert. Im Zentrum steht ein «Food Street Festival», es werden von Eltern zubereitete Speisen angeboten. Die reiche kulinarische Vielfalt repräsentiert die Herkunft und Kultur der Schülerinnen und Schüler der Kreisschule. An einer Bar gibts kühle Getränke, die hauseigene Schülerband und eine Band der Musikschule werden für musikalische Highlights sorgen. Eine filmische Retrospektive, historische Exponate und eine Fotoausstellung bieten spannende Einblicke in die Schulgeschichte. DJ Jill sorgt für coolen Sound in einer extra eingerichteten Schülerdisco. Den offiziellen Teil bestreiten der Kestenholzer Gemeindepräsident Beat von Felten und der Schulvorstand.

Text: MGT, ANZ & Bild: ZVG