Der Regierungsrat hat dem Oltner Komponisten Thomas Trachsel den Kunstpreis des Kantons Solothurn 2024 zugesprochen. Ausserdem hat er acht Fachpreise sowie zwei Anerkennungspreise vergeben.
Der in Kappel wohnhafte Oltner Thomas Trachsel wird für seine vielfältigen und herausragenden Leistungen als Komponist mit dem Kunstpreis 2024 des Kantons Solothurn ausgezeichnet. Der 52-jährige Trachsel zähle zu den international renommiertesten Komponisten für Blasmusik, so der Regierungsrat in der Begründung für die Auszeichnung. Seit 20 Jahren leitet Trachsel zudem verschiedene Blasorchester, unterrichtet Musik am Progymnasium der Kreisschule Gäu und betreibt zusammen mit Carlo Balmelli einen eigenen Musikverlag. Als Präsident der Musikkommission des Schweizer Blasmusikverbandes setzt er sich für die Jugendförderung ein.
Region wird mehrfach ausgezeichnet
Aus dem Anzeigergebiet erhalten folgende Künstlerinnen und Künstler Fachpreise sowie Personen Anerkennungspreise:
Der Preis für Musik 2024 des Kantons Solothurn geht an den in Balsthal aufgewachsenen und in Solothurn lebenden Hornisten Andreas Kamber für sein unermüdliches Schaffen. Er ist ein gefragter Hornist in diversen Sinfonieorchestern und als Solohornist im Berner Kammerorchester und im Orchester Camerata Cantabile tätig. 2019 hat Kamber die Solothurner Horntage – eines der grössten Horn-Festivals Europas – initiiert.

Den Preis für Literatur erhält der Oltner Kulturjournalist und Autor Tobi Müller. Der Bürger von Balsthal lebt heute in Berlin. Tobi Müller schreibt über Pop, Theater und Digitalität. Er tut dies pointiert, kritisch und mit einem Blick für das, was Massen bewegt, und daher stets auch politisch ist. Müller wurde 2015 für seinen Film «A1 – Ein Streifen Schweizer Strasse» mit dem Zürcher Fernsehpreis ausgezeichnet.

Den Preis für Theater erhält der Oltner Dimitri Stapfer. Er hat sich als Schweizer Grösse auf Bildschirm, Bühne und Leinwand etabliert. Für sein Schaffen wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Arbeiten des Film- und Theaterschaffenden reichen von Produktionen fürs Fernsehen, über Independent- und Kunstfilme, Theater und Performances bis hin zu Hörspielen. Für seine vielfältige und überzeugende Leistung, seine ausserordentliche Präsenz und Authentizität zeichnet der Kanton Dimitri Stapfer mit dem Preis für Theater 2024 aus.

Preis für Kulturpflege geht ins Thal
Für seine Verdienste zur Bewahrung des Kulturerbes der Solothurner Keramik erhält der Verein Freunde der Matzendorfer Keramik den Preis für Kulturpflege 2024 des Kantons Solothurn. Der Verein besteht seit 1988 und hat sich im Laufe der Jahre als innovativer und dynamischer Kulturveranstalter etabliert. Er organisiert Ausstellungen im eigenen, 2006 bezogenen Museum und bietet Interessierten Sonderführungen. 2022 wurde die Publikation «100 typische Matzendorfer Keramiken 1798 – 1845» herausgegeben, die als Standardwerk über die Solothurner Keramik gilt.

Den Preis für Film erhält die in Zürich wohnhafte Oltnerin Nicole Vögele, eine leidenschaftliche Film- und Fernsehregisseurin. An der Berlinale 2014 zeigte sie mit «Nebel» ihren ersten Essayfilm, am Filmfestival Locarno 2018 ihren ersten Langfilm «Closing Time», der den Sonderpreis der Jury erhielt.
Vor zwei Jahren erhielt sie für die Recherche über illegale Pushback-Aktionen an der kroatisch-bosnischen Grenze den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis. Heuer wurde sie am internationalen Dokumentarfilmfestival «Visions du Réel» in Nyon mit dem Grand Prix ausgezeichnet.

Anerkennungspreis für Fischer
Für sein langjähriges Wirken zeichnet der Regierungsrat Martin Eduard Fischer, Historiker und Alt-Stadtarchivar von Olten, mit einem Anerkennungspreis aus. Er hat sich über Jahrzehnte für die Geschichte im Kanton Solothurn und insbesondere jene der Stadt Olten eingesetzt. Von 1969 bis 2012 erschienen zahlreiche Bücher zu Olten, etwa die Jubiläumsschrift zum 800-jährigen Bestehen. Für sein Engagement wurde Fischer mehrfach ausgezeichnet, so 2004 von der Stadt Olten für sein publizistisches Schaffen und 2015 mit dem Solothurner Heimatschutzpreis.

Der Kunstpreis ist mit 20 000 Franken dotiert, die Fachpreise sowie die Anerkennungspreise mit je 10 000 Franken. Die offizielle Übergabefeier findet am 11. November um 18.30 Uhr im Stadttheater Olten statt.
